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Alessio Grea, der Verteidiger mit dem Sinn für "unmögliche" Tore!

Der 21jährige hat seine Ausbildung beim CFC Genoa genossen und mit dieser Mannschaft auch die Meisterschaft der Primavera gewonnen. In der letzten Saison spielte er für Ravenna, was wir ihm mittlerweile verziehen haben, denn beim FCS hat er uns mit einem bemerkenswerten Gespür für Tore überrascht… und zwar für unmögliche Tore.
 
Alessio, es ist unmöglich dieses Interview nicht mit dem unglaublichen Tor zu beginnen, das du am 22. Jänner gegen Frosinone geschossen hast…
“Ich weiß, worauf das hinausläuft. Wollte ich mit dem Schuss tatsächlich das Tor treffen oder war es eine mehr als glückliche Fügung? Das ist doch die Frage, die ihr stellen wollt?
Ja stimmt! Wie lautet die Antwort?
“Also, das kann ich rasch klären. Es war keine missglückte Flanke, sondern ich hatte tatsächlich die Absicht, den Ball im Netz zu versenken. Bevor Stroppa mich in der zweiten Halbzeit eingewechselt hat, hat er mich mehrmals ermahnt, auf jeden Fall gezielt auf das Tor zu schießen. Er hatte nämlich bemerkt, dass der Tormann von Frosinone einige Meter vor dem Kasten stehen bleibt. Also habe ich bei der ersten besten Gelegenheit mein Glück versucht und wurde dafür belohnt…“
Heisst das, dass es bei solchen Aktionen auch ein Gut Stück Glück braucht?
“Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der das Gegenteil behauptet. Der von mir geschossene Ball hatte eine unglaubliche Parabel beschrieben und ist dann genau ins Kreuzeck eingeschlagen. Eine solche Flugbahn kann man nicht vorherberechnen. Das gelingt einfach…oder nicht. Daher haben mich die Kommentare von jenen auch nicht getroffen, die von einem reinen Glückstreffer oder gar von einer misslungenen Flanke sprachen. Was für mich zählt ist das Tor und der daraus resultierende Sieg über Frosinone.“
Ehre wem Ehre gebührt, denn du hast auch bereits am 19. Oktober 2011 gegen Portogruaro ein ebenfalls bemerkenswertes Tor geschossen. War das auch nur Glück?
“Wenn man so will! Ich sehe den herrlichen Pass von Calliari noch vor mir und habe den Ball im vollen Lauf getroffen und ins gegenüberliegende Eck befördert. Zudem bin ich beim Schuss auch noch ausgerutscht…für alle die mich als Glückskind sehen, ausreichend Stoff für weitere spitze Bemerkungen.“ (lacht herzlich AdR).
Zwei “Tore des Monats” und die Vorarbeit für ein Eigentor von Andria, was kurz vor Spielende zum 1:1 geführt hat. Die persönliche Bilanz ist eindeutig positiv … und wäre das auch für einen Stürmer!
“Immer diese Fangfragen. Ich weiß, was jetzt kommt!!
Ja, was denn?
“Ob mich die Rolle des Verteidigers nicht ausfüllt und ob ich lieber im Mittelfeld oder gar in der Offensive spielen möchte!“
Bravo. Ertappt, und?
“Ich habe mich immer als Verteidiger gesehen. Wenn ich von ganz hinten starte, dann habe ich eine längere Strecke zu überwinden und kann meine Laufstärke richtig in die Waagschale legen. Zudem spiele ich auch gerne auf den Flügeln im Mittelfeld, wenn es mich braucht. Ich übernehme die Rolle, die es gerade braucht und spiele. Das ist keine Floskel, sondern einfach meine Überzeugung!“
Hast du dir am Anfang der Saison erwartet, so oft zu spielen?
“Gleich am Anfang des Sommertrainings ja. Mit der Ankunft von Iacoponi kamen in mir Zweifel auf, aber im Laufe der Saison sind diese wieder verflogen. Es war nicht Stroppa, der an meiner Zuverlässigkeit zweifelte, sondern ich selbst. Das habe ich gelernt zu überwinden, wobei mir die Mannschaftskollegen eine große Hilfe waren…und natürlich Mister Stroppa, der nie aufgehört hat, von mir immer mehr zu fordern und gleichzeitig die Überzeugung vermittelte, dass ich das auch bringen kann. Nur ein Trainer, der einem viel zutrautt fordert das auch ein. Hilfreich war aber auch eine weitere Figur im Kader".
Wer?
“Unser Mental Trainer Dr. Gabriele Ghirardello. Mit seinem Zuspruch, seinen Versicherungen und seinen Ratschlägen hat er mir in einer wichtigen Phase meines Lebens Halt und Sicherheit gegeben. Für mich ist der Psychologe mittlerweile eine grundlegende Figur innerhalb einer Fußballmannschaft, denn zuerst einmal sind wir junge Männer und erst dann Fußballer. Deshalb ist es wichtig und beruhigend eine Person zu haben, mit der man auch Probleme besprechen kann, die mit Fußball gar nichts zu tun haben. „Gabri“ ist so jemand und daher eine zentrale Figur für mich, aber auch für viele Kollegen.“
Ist Bozen also eine Insel der Seligen für junge Spieler wie dich?
“Ja, eindeutig, besonders auch angesichts meiner persönlichen Erlebnisse bei Ravenna am Ende der letzten Saison, als im Rahmen von „Calicioscomesse“ der Präsident, der Sportliche Leiter und der Tormanntrainer verhaftet und gegen unsere Trainer ermittelt wurde. Die Fans waren stinksauer und in der Playoutphase gerade auch gegen den FC Südtirol wurden wir von den Fans angefeindet und als Teil des Skandals betrachtet. Wir konnten kaum das Haus verlassen und hatten Angst zum Training zu gehen. Glücklicherweise haben die Ermittlungen inzwischen ergeben, dass wir Spieler nicht beteiligt waren und dass alle entsprechenden Versuche ins Leere liefen. Es war schwer, aber es ist inzwischen Schnee von gestern!“
Auch der FC Südtirol hat die unglaublichen und nicht erklärbaren Ereignisse jenes 5. Juni 2011 in Ravenna verdrängt…
“Nach dem Schlusspfiff hatte ich zwei unterschiedliche Gefühle in meiner Brust. Einerseits war ich sehr glücklich, dass meine damalige Mannschaft Ravenna sich retten konnte und wir Spieler auf dem Feld trotz aller Tricksereien der Vereinsführung bewiesen haben, dass wir damit nichts zu tun hatten. Andererseits habe ich die Enttäuschung beim FCS gesehen, über einen auf diese Art entstandenen Abstieg… und ich hatte Mitleid. Doch glücklicherweise ist auch das mittlerweile nur mehr ein längst vergangener Alptraum.“
Sprechen wir lieber von schönen Erinnerungen: du bist beim CFC Genoa groß geworden, hast dort die Meisterschaft der Primavera gewonnen. Wie sehr hängst du noch am CFC und wie sehr an Genua, deiner Heimatstadt?
“Ich bin beiden noch sehr verbunden, doch derzeit mache ich mir keine Gedanken an eine Rückkehr. Der Meisterschaftspokal stellt aber für mich einen wichtigen Bezugspunkt dar. Die meisten verweisen darauf, dass ich in der Meistermannschaft mit El Shaarawy, jetzt bei Milan, und Boakye, jetzt bei Sassuolo gespielt habe. Ich erinnere mich persönlich aber lieber an Matteo Chinellato, der jetzt mit mir für den FC Südtirol spielt und ich möchte gemeinsam mit ihm unseren Traum von der Serie A erfüllen!“
 
 
 
 

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