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EXKLUSIVES INTERVIEW MIT FABIAN TAIT

„Ich, die Serie D, der Positionswechsel, Javier Zanetti und der Serie B-Traum mit dem FCS...“
Exklusives Interview mit dem Blondschopf aus Salurn, der mittlerweile bereits seine vierte Saison im Dress der Weißroten bestreitet. Fabian Tait hat bereits mehr als 100 Einsätze für den FCS auf dem Konto und zählt im Expertenkreis zu einem der stärksten Außenverteidiger der gesamten Serie C. „Der Verdienst ist des FC Südtirol, welcher mich aus der Serie D geangelt hat. In der vierten Liga gibt es eine Vielzahl an klasse Fußballern, Costantino ist das beste Beispiel...“
 
Fabian, Talentscouts und Experten haben nun keine Zweifel mehr: Du zählts zu den zwei/drei stärksten Außenverteidigern der gesamten Serie C. Wie fühlt sich das an?
„Es erfüllt mich mit großer Freude, andererseits ist es aber auch ein bisschen eigenartig. Und das aus zwei Gründen. Der erste: Vor nur vier Jahren spielte ich noch in der Serie D...“

Der zweite Grund?
„Ich habe mich in einer Position durchgesetzt, in der ich zuvor noch nie gespielt hatte. Ich habe mich immer als Mittelfeldspieler gesehen. Jetzt nicht mehr. Ich mag die Position des Außerverteidigers, da sie sehr vielfältig ist. Auf der Außenbahn muss man sowohl verteidigen als auch attackieren, man spielt sehr viele Bälle und kommt oft zum Abschluss. Man ist eigentlich immer mittendrin im Spielgeschehen...“

Wie kam es eigentlich zu deinem Positionswechsel?

„Es war ein Geistesblitz des ehemaligen Sportdirektors Luca Piazzi, welcher mich am Ende eines Trainings von seiner Idee zu überzeugen versuchte, mich als Außenverteidiger zu versuchen. Am Anfang hatte ich einige Zweifel, doch die Arbeit von Coach Sormani war in dieser Hinsicht sehr hilfreich. Nach mehreren Trainings und Spiele merkte ich, dass ich auf dieser Position nicht nur spielen konnte, sondern es mir auch richtig Spaß machte. Und so setzte ich mir das Ziel,mich nicht nur an diese neue Position anzupassen, ich wollte ein wahrer Spezialist werden. Ich musste vieles von neuem lernen, startete nochmal bei null. Die Körperhaltung bei der Ballannahme auf der Außenbahn, der orientierte Stopp nach vorne, die Flankenhereingabe sowie viele taktische Szenarien. Doch all dies machte mir keine Angst. Nach Monaten bzw. Jahren habe ich mich nun in allen Aspekten verbessert. Harte Arbeit wird immer belohnt, sowie der Glaube an sich selbst...“

Vor vier Jahren spieltest du noch in der Serie D. Jetzt sind alle davon überzeugt, dass du Serie B-reif bist. Wie sich die Dinge ändern, nicht wahr?

„Aufmerksamkeiten und Wertschätzungen erfüllen einen immer mit Freude, das ist klar. Ich bin jedoch ein vollblütiger Südtiroler. Ich liebe meine Heimat, meine Wurzeln und es erfüllt mich jedes Mal mit großer Freude, wenn ich dieses Trikot überstreifen kann. Die Serie B ist ein Ziel für mich, das kann ich nicht leugnen. Aber immer wenn ich dran denke, wünsche ich dieses Ziel gemeinsam mit dem FC Südtirol zu erreichen...“

An deinen Worten erkennt man, wie sehr du an unseren Verein gebunden bist...
„Ich fühle mich in diesem Verein wohl und bin ihm sehr dankbar. Der FC Südtirol hat an mich geglaubt, auch wenn ich damals noch in der Serie D aktiv war. Wäre dies nicht geschehen, würde ich wahrscheinlich noch heute in einem Amateurverein spielen. Ich bin davon überzeugt, dass man Kickern unterer Kategorien einfach mehr Vertrauen schenken muss. Die Qualität ist eindeutig vorhanden. Für viel zu lange Zeit haben sich Serie C-Mannschaften ausschließlich auf Primavera-Spielern von Serie A- bzw. Serie B-Mannschaften fokussiert. Ich will damit nicht sagen, dass es sich hierbei nicht um gute Spieler handelt. Ich bin aber der Meinung, dass die Serie D eine ausgezeichnete Fußballschule ist, welche einen wahrscheinlich besser auf den Profifußball vorbereitet als eine Primavera-Meisterschaft. Die Serie D lehrt einem Rhythmus, Kampfgeist, Konzentration über 90 Minuten und vieles mehr. Die Serie D ist keine minderwertige Meisterschaft. Das beste Beispiel hierfür ist Rocco Costantino. Er traf oft in der Serie D und macht dies nun auch in der Serie C. Spieler die von unten kommen zudem sind oft ehrgeiziger und zielstrebiger, da sie sich beweisen wollen. Spieler die hingegen von der Primavera-Mannschaft eines Top-Clubs in die Serie C stoßen sehen dies oft als einen Rückschritt. Sie waren es vielleicht gewohnt mit Serie A und B Spielern zu trainieren und dachten, dass sie in Zukunft deren Mitspieler werden könnten. Natürlich spreche ich im Allgemeinen, denn Ausnahmen gibt es immer. Jedoch bin ich davon überzeugt, dass die Serie D von Sportdirektoren und technischen Leitern im Auge behalten werden sollte.“

Auch die Trainer sind in der Serie D sehr kompetent, insbesondere wenn es um den Aufbau von jungen Spielern geht...

„Dem kann ich nur zustimmen. Ich habe großartige Erinnerungen an De Agostini, der mir stets sagte: 'Wenn du in der Zwickmühle bist, sei besser still. Aber wenn du den Hammer in der Hand hast, volle Kraft voraus'. Auch Gianni Migliorini war für meinen professionellen Werdegang sehr wichtig, er war ein Trainer auf dem Feld. Ich war damals noch sehr jung, doch er hat sich stets um mich gekümmert und mich motiviert. Er war davon überzeugt, dass ich es zu etwas bringen konnte...“

Auch mit Coach Zanetti ging es für dich aufwärts, nicht wahr?

„Beginnen wir mit einer Prämisse: Er wird sicherlich ein erfolgreicher Coach, ein sehr erfolgreicher sogar. Er ist auf alles vorbereitet und schafft es, das Beste aus jedem von uns herauszuholen. Er ist ein unglaublicher Leader und eine Führungsperson. Auch seine technische-taktischen Kompetenzen sind etwas Atemberaubendes. Und ja, auch mit ihm habe ich mich stark weiterentwickelt. Zanetti hat mir gelehrt, dass ich nicht nur an der Außenlinie auf den Ball warten, sondern mich öfters Richtung Mitte des Feldes begeben soll.“

Und prompt konntest du deinen ersten Doppelpack im Profifußball bejubeln, nämlich im Heimspiel gegen Modena...
„Leider fehlt in den Statistiken von diesen Toren jede Spur, da alle Spiele von Modena nach deren Ausschluss annulliert wurden. In Sachen 'erste Male' bin ich kein Glückspilz, da mir damals auch mein erster Profitreffer aberkannt wurde. Auch damals war es für den Verband ein Eigentor des Gegenspielers…”

Begonnen als Mittelfeldspieler und im Laufe der Jahre zum Außenverteidiger gereift: Ein Vorbild zu finden ist daher gar nicht mal so einfach...
„Eigentlich doch, da gerade Javier Zanetti gezeigt hat, dass man durch Wille, Charakter, Ehrgeiz und Opferbereitschaft für das eigene Team auch 3 oder 4 Positionen einnehmen kann. Javier Zanetti war ein klasse Spieler, der durch seine Schlichtheit und Vielfältigkeit stets einer der besten im Feld war. Ein wahres Idol für jeden der diesen Sport verfolgt.“

Zum Abschluss: Was kann dieser FC Südtirol erreichen?
„Nach drei relativ enttäuschenden Saisonen für den Verein wollen meine Mitspieler und ich heuer etwas Großes erreichen.“
 
 
 
 

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