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Exklusives Interview mit Leonardo Candellone

„Das Tor beim Debüt? Meine Form der Entschuldigung für die sechsmonatige Verspätung...“
Der 20-jährige Stürmer war bereits im Sommer beim FC Südtirol im Gespräch, ehe der Anruf von Ternana aus der Serie B kam. Nun, sechs Monate später, ist Candellone in Bozen angekommen und hat gleich auf sich aufmerksam gemacht: Sechs Minuten nach der Einwechslung in Fermo erzielte er den Treffer zum 1 zu 0 Endstand. „Dies war nur der Anfang: Wir sind ein Team, welches sich gegen jeden Gegner durchsetzen kann.“
 
Leonardo, kann man sagen, dass du mit sechs Monaten Verspätung in Bozen angekommen bist?
„Ja, auf jeden Fall. Zwischen Ende Juli und Anfang August waren die Verhandlung bereits an einem sehr guten Punkt. Der FC Südtirol hatte mich von Beginn an überzeugt: ein sehr professioneller und organisierter Verein, welcher schon vielen jungen Spielern zum Karrieresprung verhalf. In der Serie C war der FCS meine erste Wahl. Um ehrlich zu sein war ich schon fast auf dem Weg nach Bozen. Dann kam jedoch das Angebot aus Terni. Es war eine Chance, welche ich mir nicht entgehen lassen wollte. Aber der FC Südtirol hat auch nach sechs Monaten noch gezeigt, dass er von meinen Fähigkeiten stark überzeugt ist. Als Sportdirektor Aladino Valoti sich wieder bei mir meldete, wusste ich sofort, dass Bozen die richtige Entscheidung für mich ist.“

Matchwinner in deinem ersten offiziellen Spiel für den FC Südtirol: kein schlechter erster Eindruck...
„Ich würde es so ausdrücken: Ich wollte mich so schnell wie möglich für den FCS ‘nützlich‘ machen, da der FCS immer an mich geglaubt hat. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl im Team gefühlt, ein Gefühl, das ich so nirgendwo anders bisher erlebt hatte. Der Zusammenhalt der Mannschaft ist etwas Beeindruckendes, da sich auch Spieler wie ich – die gerade erst dazugekommen sind – von Beginn an geschätzt und integriert fühlen. Auch mit dem Coach habe ich ein ausgezeichnetes Feeling: er ist jung, zielstrebig und ‘hungrig‘. Wir sind uns hierbei sehr ähnlich...“

Ternana: Was hat in diesen sechs Monaten nicht so richtig geklappt?
„Praktisch gar nichts, sowohl individuell als auch mannschaftlich. Beide Aspekte sind auch stark miteinander verbunden. Als man merkte, dass die Resultate nicht nach Wunsch verliefen, hat der Trainer entschieden, sich den älteren und erfahreneren Spielern anzuvertrauen. Alle jungen Spieler des Teams hatten daher dieselben Probleme. Jedoch gehören diese Sachen zum Fußballalltag dazu. Dieses Kapitel ist für mich bereits abgeschlossen. Nun fokussiere ich mich voll auf die Gegenwart.“

Obwohl du in Terni nur selten zum Einsatz gekommen bist, war deine physische Kondition von Beginn an brillant. Wie ist das möglich?
„Meiner Meinung nach ist das nichts außergewöhnliches, denn ich habe bei Ternana immer voll trainiert und in jedem Training 100% gegeben. Ich bin immer mit vollem Einsatz bei der Sache, unabhängig ob ich am Wochenende auf dem Feld stehe oder nicht. Obwohl ich noch sehr jung bin, weiß ich, dass Professionalität ausschlaggebend für eine erfolgreiche Karriere ist. Professionalität bedeutet eben auch, die Entscheidungen des Trainers zu akzeptieren und weiterhin alles zu geben. Zudem wollte ich dieses neue Abenteuer in Südtirol nicht mit einem Handicap beginnen.“

Was denkst du über Zanetti’s Spielphilosophie?

„Ich denke, dass sie perfekt zu meinen Stärken passt. Er bevorzugt ‚moderne‘ Angreifer, welche sich ständig bewegen und das gegnerische Tor angreifen. Von ihnen verlangt er nicht nur Tore, sondern auch einen großen Beitrag im defensiven Bereich. Und ich bin eben genau so ein Stürmer: Ich will das Tor vor mir sehen und mich immer mitten im Spielgeschehen befinden. Um mich besser auszudrücken: Ich bin keiner der im Strafraum auf den richtigen Ball wartet. Ich liebe es die freien Räume zu attackieren.“

Gibt es einen Stürmer, denn du als dein Idol bezeichnen würdest?

„Andrea Belotti. Ich sage das nicht nur, weil ich im Jugendsektor vom FC Turin aufgewachsen bin und hin und wieder mal mit ihm trainieren durfte. Er ist die Art von Spieler, die ich zum Teil schon bin und definitiv werden will. Belotti ist keine traditionelle Nummer 9, die mit dem Rücken zum Tor spielt und auf die richtigen Bälle wartet. Auf dem Feld erkämpft er sich die freien Räume und gibt alles um zum Schuss zu kommen. Sein Spiel ist auf 90 Minuten vollen Einsatz aufgebaut, aufgeben ist für ihn ein Fremdwort. Im Laufe seiner Karriere wurde ihm nichts geschenkt: von der Serie C bis zur Elite, alles dank seines unermüdlichen Einsatzes.“

Du kannst auf mehreren Positionen eingesetzt werden. Wo spielst du jedoch am liebsten?
„Ich bin eine hängende Spitze, fühle mich jedoch auch als Außenstürmer sehr wohl.“

Gibt es beim FC Südtirol einige Ähnlichkeiten mit „deinem“ Gubbio, bei welchem du im vergangenen Jahr regelmäßig – und zudem mit sehr starken Leistungen – zum Einsatz kamst?
„Das Spielsystem ist sehr unterschiedlich, auch weil wir in Gubbio oft mit einer 4-2-3-1 Formation auf dem Platz standen. Eine sehr wichtige Gemeinsamkeit gibt es jedoch: Am Anfang der Saison wurden auch wir in Gubbio, ähnlich wie der FCS in dieser Saison, unterschätzt. Am Ende haben wir die Meisterschaft auf dem 6. Tabellenplatz abgeschlossen, auch dank eines sehr guten Mannschaftsklimas. Der FC Südtirol hat spielerisch jedoch mehr Qualität als ‚mein‘ Gubbio: Es gibt viele sehr talentierte Kicker in unserem Kader. Wir sind nicht nur ‚Rackerer‘, wie wir oft bezeichnet werden. Wir sind harte Arbeiter, was etwas komplett anderes ist.“

Auch Andrea Zanchi war letzte Saison für Gubbio im Einsatz. Hat er dich zum Wechsel nach Bozen überzeugt?

„Ehrlich gesagt nein, da ich meine Entscheidung bereits getroffen hatte. Sein Enthusiasmus war lediglich eine weitere Bestätigung, dass ich in Bozen ein ausgezeichnetes Ambiente vorfinden würde.“

Welcher deiner neuen Mitspieler hat dich am meisten beeindruckt?

„Wenn ich mich auf einen Namen beschränken muss, dann entscheide ich mich für Hannes Fink. Ein kompletter Mittelfeldspieler, von denen es in der Serie C nur sehr wenige gibt. Zudem ist er ein ausgezeichneter Kapitän, welcher sich die Binde durch harte Arbeit verdient hat und sie nicht nur trägt, weil er aus der Gegend stammt und im Jugendsektor großgeworden ist.“

Was kann dieser FC Südtirol heuer noch erreichen?

„Viel, sehr viel sogar. Jedoch will ich keine festen Ziele proklamieren. Ich sage das nicht um mich zu verstecken oder aus Aberglauben. Ich denke nur, dass sich dieses Team keine Grenze setzen sollte, denn der Wille Großes zu erreichen ist enorm.“
 
 
 
 

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