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MARTIN ERLIC DER GUTMÜTIGE RIESE MIT DER NUMMER 28 VON CANNAVARO

Der 19-jährige Kroate stieß am letzten Transfertag zum FC Südtirol und hat sich zu einer fixen Größe in der Startelf von Zanetti entwickelt. Erlic verfügt mit einer Größe von beinahe 2 Metern über optimale körperliche Voraussetzungen, überzeugte durch Persönlichkeit und Selbstvertrauen. „Wieso ich mich für den FCS entschieden habe? Weil hier nicht nur geredet, sondern wirklich auf die jungen Spieler gesetzt wird. David Luiz und Sergio Ramos sind meine Vorbilder, Paolo Cannavaro mein Mentor.“
 
Martin, erzähle uns von dir und deiner sportlichen Laufbahn…

„Ich habe mit 9 Jahren begonnen Fußball zu spielen. Ich wohnte in einem kleinen Dorf in Kroatien und musste meinen Vater jeden Tag betteln, um mit den Freunden kicken gehen zu dürfen. Er wollte es anfangs nicht, da er glaubte es halte mich vom Lernen und von der Schule ab. Doch einmal überzeugt, habe ich begonnen mich Schritt für Schritt hochzuarbeiten. Nach zweieinhalb Jahren bin ich zu Dynamo Zagreb gewechselt, wo ich aber selten spielte. Deshalb habe ich entschieden, den Club zu wechseln und ich bin bei Rijeka gelandet. Auch hier lief ich anfangs nicht immer von Beginn an auf. Ich kann mich noch erinnern, wie mein Vater extra zu einem Spiel angereist war und ich keine einzige Minute Einsatzzeit erhalten habe. Nach dem Spiel war ich sehr traurig und der Trainer sah mich weinen. Er fragte mich nach dem Grund und ich erklärte ihm meine Situation. Von da an bekam ich die Chance zu spielen und ich wurde sogar in die Nationalmannschaft einberufen. Der Trainer hatte wohl verstanden, wie sehr ich am Fußball hänge…“

Mit nur 16 Jahren der Wechsel nach Italien. Wie kam es zu diesem Transfer?

„Ich hatte gehört, dass Parma mich in seiner Mannschaft haben wollte. Vor allem Francesco Palmieri hatte Interesse an mir. (Jugendverantwortlicher bei Parma von 2007-2015, Anm.d.Red.) Ich habe nicht lange nachgedacht, da Parma auch in Kroatien sehr bekannt war und sie in jener Zeit auf europäischer Ebene agierten.“

Du bist fast zwei Meter groß: wie sehr hilft dir diese körperliche Voraussetzung im Fußball?

„Eigentlich bin ich genau 1,92m groß. Ja meine Körpergröße und meine physischen Voraussetzungen sind als Verteidiger sehr wichtig.“

Gibt es einen Abwehrspieler, dessen Spielweise du besonders magst?

„Nicht nur einen, sondern zwei. Zum einen David Luiz, der Verteidiger von Chelsea und der brasilianischen Nationalmannschaft. Zum anderen Sergio Ramos, er spielt bei Real Madrid und ist Kapitän der spanischen Nationalmannschaft. Mir gefällt ihre Art, das Spiel zu interpretieren. Beide sind technisch stark, haben ein ausgeprägtes Charisma und sind extrem sicher am Ball.“

Wie wurdest du in Italien aufgenommen? War es sehr schwer, dein Heimatland zu verlassen?


„Ja, es war nicht leicht, weil ich erst 16 Jahre alt war. Man muss dazusagen, dass ich bereits mit 11-12 Jahren mein Elternhaus verlassen hatte, um Fußball zu spielen. Deshalb war ich es bereits gewohnt, weg von zu Hause zu sein. Etwas schwer war das erste Jahr, da ich die Sprache nicht beherrschte und alles neu war. Nun fühle ich mich in Italien wie zu Hause.“

Wie du vorhin bereits erzählt hast, spieltest du zuerst bei Parma und dann bei Sassuolo: gibt es Episoden, an welche du dich immer noch gerne zurückerinnerst?


„Als ich nach Italien kam, war ich zu 5 Monaten Zusehen verdonnert. Es gab Probleme mit der Tesserierung. Als ich dann endlich spielberechtigt war, nahm mich Donadoni, er trainierte damals die erste Mannschaft von Parma, mehrmals mit zu den Spielen der Profis. Diese Zeit werde ich nie vergessen. Als Parma Insolvenz anmeldete, hatte ich Angst, dass der Traum vom Profifußballer vorbei sein könnte. Doch Francesco Palmieri hat mich mit nach Sassuolo genommen, wo ich auf Di Francesco (nun Roma-Trainer,
Anm.d.Red.) gestoßen bin. Er schätzte mich und ich wurde mehrmals zu den Spielen einberufen.“

Du trägst die Trikotnummer 28. Wieso?


„Ich habe mich für die 28 entschieden, da diese auch Paolo Cannavaro trägt. Bei Sassuolo hat er mir sehr viel beigebracht: die Position im Feld, der Umgang mit diversen Situationen und auch das Leben eines Profis außerhalb des Feldes. Seine Tipps sind Gold wert.“

Im Sommer der Wechsel zum FC Südtirol. Wie kam es dazu?

„Für den FC Südtirol habe ich erst am letzten Tag des Transfermarktes unterschrieben. Ich habe bis zum Schluss auf die richtige Mannschaft gewartet und als der FCS anklopfte, wusste ich, dass sich das Warten gelohnt hat. Denn hier beim FC Südtirol wird nicht nur geredet, sondern wirklich auf die jungen
Spieler gesetzt. Zudem trainieren wir in einem Zentrum, das auf Serie A Niveau ist.“

Die Hinrunde ist fast vorbei: wie bewertest du deine erste Hälfte der Saison und was sind deine Ziele?

„Ich bin mit meinen Leistungen sehr zufrieden und will mich neben Coach Paolo Zanetti bei allen Teamkollegen bedanken. Auch wenn ich einer der jüngsten in der Mannschaft bin, haben alle dazu beigetragen, dass ich an mich selbst glaube. Ich denke nie groß an die Zukunft, sondern immer an das nächste Spiel. Ich will beim FCS gute Leistungen bringen und in einigen Jahren zu Sassuolo zurückkehren und in der Serie A spielen.“

Du hattest die Möglichkeit in der Jugendnationalmannschaft Kroatiens zu spielen. Wie war es, für dein Heimatland aufzulaufen?

„Für mich war es das allergrößte und ich denke, das ist es für jeden Fußballer. Das Leibchen deines Landes zu tragen erfüllt dich mit Stolz und es ist immer wieder etwas Besonderes.“

Welchen Wert haben Familie und Freunde für dich?

„Ich bin ein Familienmensch und wir hören uns jeden Tag. Wir reden viel und das gibt mir sehr viel Kraft. Ich habe das Glück eine tolle Familie zu haben, die mich unterstützt. Auch meine Freundin hilft mir sehr. Mein Bruder und mein Onkel waren selbst Fußballer und deshalb diskutieren wir nach den Spielen über meine Leistung. Ihre Tipps sind für mich sehr wertvoll.“

Die letzten beiden Fragen: der schönste Moment für dich beim FC Südtirol bisher und wo landet der FCS zu Saisonende?

„Der schönste Moment ganz klar mein Treffer in Sanbenedetto del Tronto, da er uns zum Sieg verholfen hat. Wo wir schlussendlich landen ist eine Frage die ich nicht beantworten kann. Sicher ist, dass unser Ziel die Teilnahme an den Play offs sein muss. “
 
 
 
 

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