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MISTER CLEAN SHEET - DANIEL OFFREDI

Der weißrote Torhüter hat von Ende Oktober bis Januar eine bemerkenswerte Serie von Spielen hingelegt, in welchen er nur sehr wenige Gegentore kassiert und ungewöhnlich oft zu Null gespielt hat. In vielen dieser Partien musste Offredi kaum oder gar nicht eingreifen. „Der Verdienst dafür geht an meine Vorderleute und an den Coach. Wir haben die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive gefunden.“
 
Daniel, ein kleiner Scherz vorweg: manch einer bezeichnete dich bei einigen der letzten Spiele als einen nicht zahlenden Zuschauer. Zu Recht?
„(lacht) Das entsprich teilweise vielleicht sogar der Wahrheit. Das Ergebnis einer kompakten Defensivleistung der gesamten Mannschaft. Doch ich bevorzuge es, dass dieses Gerüch nicht zu sehr die Runde macht. Wenn die falschen Personen im Verein das mitbekommen, kürzen sie mir vielleicht den Gehalt…. Scherz beiseite: es ist immer ein tolles Gefühl, das Feld ohne Gegentreffer zu verlassen. Und dabei ist es mir auch gleich, wenn nicht ich der Hauptgrund dafür bin. So häufig wie in dieser Saison habe ich noch nie zu Null gespielt, und das Ganze sogar ohne viele Paraden absolvieren zu müssen. Ich weiß ja, dass ich trotzdem einen Beitrag dazu leiste, dass wir wenige Gegentreffer kassieren. Damit man ohne Gegentor bleibt, braucht es weit mehr als nur tolle Paraden. Vor allem die Kommunikation mit den Vorderläuten ist sehr wichtig. Und ich bin mit Sicherheit nicht der Typ, der wortlos im Kasten verweilt. Ganz im Gegenteil: ich schreie, rufe, muntere auf, verweise auf freie Mitspieler, gebe positionsbedingte Anweisungen. Denn um die Defensive zu leiten, braucht es auch diese Dinge. Und hierbei sind wir perfekt abgestimmt und ich agiere bei den Spielen mit meinen Vorderleuten sehr harmonisch.“

Das sieht man, denn ihr befindet euch unter den Mannschaften mit den am wenigsten kassierten Toren. Und zu Jahresanfang glaubten Experten, dass die Defensive die Schwachstelle des FC Südtirol wäre.
„Es stimmt ja auch, dass wir zu Saisonbeginn zu viele Gegentreffer erhalten haben. Wenn wir uns zurückerinnern, haben wir in den ersten acht Spielen 13 Tore kassiert. Dann kam die Wende, denn wir hatten verstanden, wo das Problem lag. Und das Problem lag nicht bei den einzelnen Spielern, sondern zwischen den Bereichen und im Gleichgewicht, dass wir damals noch nicht hatten. Unter diesem Aspekt hat Coach Zanetti großartige Arbeit geleistet: er hat das Problem erfasst, Details korrigiert und die Mannschaft stabilisiert, ohne dabei die offensive Spielweise zu vernachlässigen. Anfangs verteidigten wir nur mit den Abwehrspielern, jetzt spielen alle elf Spieler in der Defensivarbeit eine wichtige Rolle. Die Angreifer helfen mit nach Hinten aus, die Mittelfeldspieler üben ein wichtiges Pressing aus und die Distanzen zwischen den Positionen sind gering. Wir bewegen uns alle gemeinsam im Block, genau wie auch in der Kabine, wo wir alle zusammenhalten. Die Harmonie in der Mannschaft stimmt und wir wollen – alle gemeinsam – etwas Wichtiges erreichen.“

Aus deinen Worten hört man eine gewisse Wertschätzung gegenüber eurem Trainer Paolo Zanetti. Ist das so?

„Ja natürlich ist das so. Das sieht doch wirklich jeder, dass der Coach eine hervorragende Arbeit leistet. Er ist detailversessen, überlässt nichts dem Zufall und zeigt auf dem Spielfeld, dass er ein kompetenter Trainer ist. Zwischen den Spielern und dem Trainer hat sich eine enge Bindung aufgebaut. Zanetti ist zwar sehr fordernd, doch er schafft es gleichzeitig den Druck niedrig zu halten. Er ist aufrichtig, loyal und offenherzig. Seine direkte Art mit den Spielern umzugehen kommt sehr gut an.“

Eine Mannschaft kann kontinuierlich nur gute Resultate erzielen, wenn es dahinter einen starken Verein gibt. Bist du mit dieser Aussage einverstanden?

„Ja, das stimmt total. Hier beim FC Südtirol herrscht eine Siegermentalität und die Projekte und Investitionen in die Infrastrukturen beweisen das. Es wurde ein Trainingszentrum gebaut, welches es so in kaum einem anderen Verein in Italien gibt. Es herrschen alle Elemente vor, die eine Mannschaft braucht um gut arbeiten und sich Teil von etwas Wichtigem fühlen zu können. Der FC Südtirol ist das Beispiel schlechthin, das sich Seriosität und Organisation schlussendlich immer lohnen. Das beweisen die Erfolge in den letzten Jahren und jene die, da bin ich mir sicher, in den nächsten Jahren folgen werden.“

Du bist einer der ältesten und erfahrensten Spieler in der Mannschaft, ein Leader für die jüngeren im Team. Wer waren deine Vorbilder?
„Ich habe immer versucht, von anderen Spielern zu lernen und von älteren Torhütern Tipps und Tricks abzuschauen. In meiner Zeit bei Albinoleffe hatte ich das Glück, mich mit Ivan Pelizzoli zu messen und zu trainieren. Er war für mich ein großes Vorbild. Im Jugendsektor des AC Mailand hatte ich hingegen die Ehre, von einem der ganz großen Torhüter Italiens, nämlich von Sebastiano Rossi, trainiert zu werden. Er hat vor allem meinen Charakter geformt. Von den noch aktiven Torhütern bewundere ich natürlich Gianluigi Buffon. Er ist das lebende Beispiel, dass man im Sport für viele Jahre erfolgreich sein kann und das eigene Alter durch Passion, Liebe und die absolute Hingabe für den Sport austricksen kann.“

OK, es gab zwar einige Spiele, in denen du nicht viele Torschüsse abwehren musstest. Aber es gab nicht wenige Partien in welchen deine Paraden spielentscheidend waren. Welche würdest du als die wichtigste bezeichnen?
„Mit Sicherheit der gehaltene Elfmeter in der letzten Spielminute der Nachspielzeit gegen Fano. Es wäre nicht gerecht gewesen, wenn wir dort den Ausgleich kassiert hätten. Ich habe es immer wieder vor mich hin geflüstert, während der Gegenspieler sich den Ball am Elfmeterpunkt zu Recht legte. ‚Ich halte ihn. Ich halte ihn.‘ Und ich habe ihn gehalten. Und wir haben ein schwieriges Auswärtsspiel gewonnen.  Diese Mentalität habe nicht nur ich, sondern so tickt die gesamte Mannschaft. Wenn wir weiterhin mit diesem Willen, dieser Lust und diesem Teamspirit kämpfen, können wir viel erreichen. Und frag mich bitte nicht nach Zielen. Mit dieser Mannschaft will ich keine Limits setzen.“
 
 
 
 

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