05.02.2020
Der Innenverteidiger im exklusiven Gespräch mit der FCS News
Alberto Alari ist im Jugendsektor von Atalanta, einem der hochwertigsten Italiens, großgeworden und ist im letzten Sommer auf Leihbasis zum FC Südtirol gestoßen. Der großgewachsene Innenverteidiger, dessen großes Vorbild der ehemalige Chelsea- und England-Kapitän John Terry ist, spielte letztes Jahr mit Carrarese im Kreis A der Serie C seine erste Profimeisterschaft. Im exklusiven Gespräch mit der FCS News erzählt uns Alberto Alari mehr über sich selbst, sportlich wie privat.

Alberto, wo und wann hast du mit dem Fußballspielen begonnen?
„Mit fünf Jahren ging ich erstmals ins Oratorium von Grumello zum Fußballtraining. Es war der Vater eines Freundes, der mir diesen Ort empfahl. Mit elf Jahren wechselte ich zu Grumellese und nur anderthalb Jahre danach, nahm mich Atalanta in deren Jugendsektor auf. Obwohl meine Familie eine nicht allzu große Leidenschaft für den Fußball hat, bin ich mit dem Ball zwischen den Füßen großgeworden. Zuhause hatten wir einen großen Garten, in dem ich mit meinen Freunden immer fußballspielte. Wir spielten barfuß oder mit Socken. Schon damals hatte ich Freude am Grätschen. Wie viele Socken dabei drauf gegangen sind, möchte ich gar nicht wissen (lacht).“

Zu den schönsten Erinnerungen deiner noch jungen Karriere zählt sicherlich der U17-Italienmeistertitel im Jahr 2016. Was kannst du uns darüber erzählen?
„An die Zeit bei Atalanta habe ich viele unvergessliche Erinnerungen. Noch vor dem Meistertitel, kann ich mich gut an das B-Jugend-Halbfinale gegen Juventus erinnern. Der U17-Italienmeistertitel unter Coach Brambilla war jedoch natürlich der Höhepunkt meiner Erfahrung in Bergamo. Im Finalspiel gegen Inter lagen wir bis wenige Minuten vor Schluss mit 1 zu 0 hinten. Alessandro Bastoni, der nun selbst für die Profis von Inter spielt, köpfelte in den Schlussminuten zum 1:1-Ausgleich. In der Verlängerung verwandelte Filippo Melegoni einen herrlichen Freistoß und bescherte uns so mit dem „Scudetto“. Mit jenem Team gewannen wir alles, was es zu gewinnen gibt.“

Taliento hütete den Kasten, während du und Alessandro Bastoni die Innenverteidigung bildeten. Im gegnerischen Angriff stürmten Andrea Pinamonti und … Matteo Rover.
„Mit Bastoni bildete ich für viele Jahre die Innenverteidigung des 1999er-Jahrgangs von Atalanta. Nur im ersten Jahr, als er noch als linker Außenverteidiger agierte, hatte ich ihn nicht direkt an meiner Seite. Gemeinsam haben wir viel erlebt. Für mich ist Alessandro nicht nur ein Freund, sondern ein wahres Vorbild.“

Die Saison 2016/17 wahr sicherlich eine der wichtigsten für dich: du kamst zu deinen ersten Einsätzen in der Primavera-Elf und wurdest von Paolo Nicolato in die U18-Nationalmannschaft einberufen…

„Meine erste Einberufung in die italienische Jugendnationalmannschaft war für die U16. Als ich dann in die „Primavera“ von Atalanta kam, musste ich mir den Stammplatz erkämpfen. In der Hinrunde kam ich nicht all zu oft zum Einsatz. In der zweiten Saisonhälfte ging es dann bergauf. Ich wurde zum Stammspieler und sammelte im Viareggio-Cup und mit der U18-Nationalmannschaft erste internationale Erfahrungen. Die Emotionen, die das Azzurri-Trikot mit sich bringt, werde ich niemals vergessen.“

Wie ging es dann weiter?
„In der Saison 2017/18 war ich weiterhin Stammspieler in der „Primavera“ und wir beendeten die „Regular Season“ als Tabellenführer. In den Playoffs wurden wir jedoch im Halbfinale von Fiorentina bezwungen. In der letztjährigen Saison bestritt ich mit Carrarese meine erste Profimeisterschaft. Und nun bin ich hier…“

Warst du immer schon ein Innenverteidiger?

„Nein, in meinen ersten Jahren spielte ich im Mittelfeld. Bei Atalanta war es dann Coach Bonaccorso, der mich zum Verteidiger machte. Für mein Alter war ich nämlich schon damals ziemlich groß. Ich fand gleich Gefallen an meiner neuen Position und habe seither nur mehr als Innenverteidiger gespielt.“

Gibt es einen Spieler, an den du dich besonders inspirierst? Ein Vorbild?

„Ich mag Kämpfer wie Giorgio Chiellini oder John Terry, Spieler mit Charisma. Als Kind hatte ich ein Poster von Andrea Barzagli in meinem Zimmer hängen. Ein weiteres Vorbild für mich ist Mattia Caldara. Das kommt wahrscheinlich daher, da wir sowohl auf technischer als auch auf menschlicher Ebene Gemeinsamkeiten haben. Als ich in der „Primavera“ von Atalanta spielte, bestritt ich unter der Woche viele Freundschaftsspiele gegen die Profimannschaft. Es waren super Gelegenheiten, um mich weiterzuentwickeln. Nicht nur von den Abwehrspielern, sondern auch von den Angreifern konnte ich viel lernen. Ich studierte ihre Bewegungen und versuchte diese genau zu verstehen.“

In einigen Momenten deiner Karriere musstest du Geduld haben und auf deine Chance warten. Du arbeitetest weiterhin hart an dir und zeigtest große Reife. Gehört diese Fähigkeit zu deinem Charakter?
„Als Verteidiger muss man geduldig sein. Wenn es dann soweit ist, muss man voll und ganz bei der Sache sein. Ich gebe immer alles, sodass ich zum richtigen Zeitpunkt meine Leistung abrufen kann. Eine solche Einstellung ist für die Dynamiken der Mannschaft sehr wichtig.“

Worin siehst du deine Stärken?
„Im Körpereinsatz und im unermüdlichen Willen.“

Deine Meinung zur diesjährigen Meisterschaft?
„Eine spektakuläre und gleichermaßen schwierige Gruppe. Der Kreis B ist sicherlich der stärkste und ausgeglichenste der Serie C. Es gibt viele ambitionierte und glorreiche Vereine. Die Mannschaften, die mich am meisten beeindruckt haben, sind Reggio Audace und Piacenza.“

Heißt dein Traum Atalanta?

„Ich habe Atalanta sowohl fußballerisch als auch menschlich viel zu verdanken. Mit 11 Jahren wechselte ich in die Fußballschule der „Dea“ und machte in Bergamo gleichzeitig auch meine schulische Ausbildung. Ich bin dankbar und stolz, in einem so professionellen Jugendsektor aufgewachsen zu sein. Der Verein ist engagiert und überlässt nichts dem Zufall. Das spiegelt sich im jetzigen Erfolg der Profimannschaft wider.“

Ist Atalanta im Laufe der Jahre zu deinem Lieblingsverein geworden?
„Schon ein wenig, ich verfolge den Verein mit Interesse und Leidenschaft. Ein Teil meines Herzens gehört jedoch auch Juventus. Meine Familie besteht nämlich hauptsächlich aus „Bianconeri“.“

Wie findest du dich beim FC Südtirol zurecht?
„Ich fühle mich sehr wohl hier. Es ist mein zweites Jahr, das ich von Zuhause entfernt verbringe. Die Mannschaft besteht aus klasse Jungs und wird von einem sehr kompetenten Trainerstab angeführt. Ich lerne tagtäglich Neues dazu und hoffe, das Vertrauen durch starke Leistungen zurückzuzahlen. Der Verein sorgt dafür, dass sich die Spieler nur aufs Fußballspielen konzentrieren können.“

Wie vertreibst du so deine Freizeit?
„Hier in Südtirol habe ich sehr nette Menschen kennengelernt. Für einen Bergliebhaber wie mich ist diese Provinz wirklich idyllisch.“

Deine Hobbies sind…
„Im Sommer habe ich mit Mario (Ierardi, Anm.d.Red.) mit dem Fischen begonnen.“

Deine persönlichen Ziele?
„Ich will mich kontinuierlich steigern und mit der Mannschaft so weit nach oben wie möglich gelangen. Mir ist bewusst, dass ich auch meine zukünftigen Chancen nützen muss. Ich will mich als Stammspieler in der Serie C etablieren und an meine Grenze gehen. Im Leben muss man sich hohe Ziele setzen. Auch wenn man nicht alle erreichen kann, sollte man immer versuchen sein Bestes zu geben.“
Alberto Alari, in der Ruhe liegt die Kraft
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