11.02.2020
Der 26-jährige Mittelfeldspieler im Gespräch
Fantasievoll, elegant, zynisch: Wenn man Daniele Casiraghi in drei Worten beschreiben müsste, würde die Wahl wohl auf diese Eigenschaften fallen. Das Abenteuer des Offensivkünstlers beim FC Südtirol begann am 5. Juli des letzten Sommers, als sein Wechsel nach Bozen bekanntgegeben wurde. Seine auf Facebook geposteten Grußworte aus dem Urlaub machten von Beginn an deutlich, wie sehr er sich auf diese neue Herausforderung freute. Casiraghi und der FC Südtirol unterschrieben einen Zweijahresvertrag, mit Option auf eine weitere Saison. Dass die Chemie zwischen dem Club und seiner Nummer 17 stimmt, zeigen seine Statistiken in der Hinrunde: 19 Einsätze, vier Treffer und eine Torvorlage.

Daniele, du bist am 10. März 1993 in Treviglio geboren und bist im Jugendsektor von Tritium großgeworden, richtig?
„Stimmt. Ich habe das Fußballspielen in der Fußballschule des Vereins von Trezzo sull’Adda erlernt. Mein Debüt bei den Profis machte ich in der Saison 2010/11, als Tritium in der Serie C2 spielte.“

Es war das Match zwischen Tritium und Sacilese. Gleich im ersten Profieinsatz konntest du den Ball im gegnerischen Tor versenken. Der Trainer, der dir das Vertrauen dazu schenkte, war Stefano Vecchi…
„Ein Moment, den ich nie vergessen werden. Erst wenige Tage zuvor feierte ich meinen 18. Geburtstag. Wir lagen in Sacile mit 1 zu 0 hinten, als mich Coach Vecchi zu Beginn der zweiten Spielhälfte einwechselte. Wenige Minuten nach Betreten des Spielfeldes erzielte ich den Ausgleichstreffer. Wir gingen danach sogar in Führung, mussten uns letztendlich aber mit einem 2:2-Ausgleich begnügen. Das Gefühl, gleich bei meinem ersten Einsatz ein Tor zu erzielen, war einfach Wahnsinn!“

Wie ging es weiter?
„Am Ende der Saison stiegen wir in die Serie C1 auf. Ich blieb auch im Biennium 2011-2013 in Trezzo sull’Adda und konnte insgesamt 59 Einsätze und einen Treffer verbuchen.“

Welches Verhältnis hattest du damals zu Coach Vecchi?
„Ein wirklich tolles. Er ist ein super Trainer und ein ausgezeichneter Mensch. Ich hatte immer die Hoffnung, eines Tages wieder mit ihm arbeiten zu können. Nach acht Jahren haben sich unsere Wege beim FC Südtirol wieder gekreuzt.“

Vor Jahren spekulierte man über deinen Wechsel zu Atalanta oder Udinese. Doch dann kam es zur fehlenden Einschreibung von Tritium in die Lega Pro…
„Es war kein einfacher Moment für mich. Nach diesen Geschehnissen befreite ich mich von meinem Vertrag mit Tritium und unterschrieb ein dreijähriges Arbeitspapier bei Lecce. Meine Wahl fiel auf die Gelb-Roten, da mich der Club aus Apulien bereits sechs Monate zuvor unter Vertrag nehmen wollte. Lecce verlieh mich für die Saison 2013/14 an Pro Patria, dessen Dress ich mir im Laufe der Saison 23 Mal überstreifte.“

Dann kam es zu deinen vier, nicht aufeinanderfolgenden, Jahren bei Gubbio…
„Richtig. In meinem ersten Jahr in Umbrien brachte ich es auf 33 Einsätze und drei Treffer. Daraufhin wechselte ich zu Ancona, ehe ich im Sommer 2016 zu Gubbio zurückkehrte. Im Triennium mit den Rot-Blauen erzielte ich in 104 Einsätzen 18 Treffer.“

Es heißt, dass nach deinen starken Leistungen in Gubbio mehrere Serie B-Vereine an dir interessiert waren. Was hat dich dazu bewegt, beim FC Südtirol zu unterschreiben?
„Die Jahre in Gubbio waren äußerst lehrreich für mich. Auch was die Treffersicherheit anbelangt, machte ich in den letzten Saisonen große Fortschritte. Coach Galderisi, der etwas vom Toreschießen versteht, ließ da nicht locker. In Gubbio fühlte ich mich sehr wohl und habe viele neue Freunde gefunden. Am Ende der letztjährigen Saison spürte ich jedoch das Bedürfnis, etwas Neues auszuprobieren. Was ich suchte, war eine ambitionierter und professioneller Verein, mit dem ich einen gemeinsamen Weg einschlagen kann.“

Unter Chicco Evani und Gigi Di Biagio wurdest du mehrere Male in Italien’s U19- sowie U20-Nationalmannschaft einberufen. Welche Erinnerungen hast du daran?
„Ein unbeschreibliches Gefühl. Das Trikot der Nationalmannschaft tragen zu dürfen ist jedes Mal eine große Ehre.“

Was kannst du uns über deine Spielweise sagen?
„…dass ich mich mit dem Rücken zum Tor noch steigern muss.“

Wer ist dein fußballerisches Vorbild?
„Nach wie vor ‘mein‘ Kapitän, Alessandro Del Piero.“

Wie kam es zu deinem Spitznamen „Il Principino“? Aufgrund deiner Eleganz oder deines natürlichen und gelassenen Auftretens?
„Diesen Spitznamen habe ich von einem Journalisten aus Gubbio. Ich denke mal, er kommt von meiner Art im Feld zu stehen. Irgendwie passt er ja ganz gut… (lacht).“

Welche Trainer haben dir am meisten mitgegeben?
„Von jedem habe ich etwas dazugelernt. Auch jetzt versuche ich jeden Tag etwas Neues aufzunehmen.“

Uns ist aufgefallen, dass bei den Spielen viele Fans von dir auf der Tribüne sitzen?
„Es sind meine Jugendfreunde, dich mich sowohl in den Heim- als auch in den Auswärtsspielen fleißig unterstützen. Wir sind alle in Pozzo d’Adda großgeworden, uns verbindet eine enge Freundschaft. Gemeinsam mit meinen Eltern bilden sie meinen kleinen, persönlichen Fanclub.“

Wie bewertest du die bisherige Meisterschaft?
„Gut, wenn nicht sogar sehr gut. Es gibt jedoch noch Luft nach oben, denn uns sind auch einige Fehler unterlaufen. Wir können jedoch sehr zufrieden sein.“

Wie verbringst du deine Freizeit? Welche sind deine Hobbies?

„Wenn ich nicht spazieren gehe, sehe ich mir Filme oder Serien auf Netflix an. Ich fahre auch gerne mit dem Rad, doch hier in Südtirol gibt es zu viele Anstiege. Ich würde sehr müde beim Training erscheinen (lacht).“

Wie geht es nun weiter?
„Wir müssen als Team weiter hart arbeiten und uns tagtäglich steigern. Was meine persönlichen Ziele anbelangt, möchte ich der Mannschaft mit weiteren Toren und Assists weiterhelfen. Es ist sicherlich die schwierigste Meisterschaft, an der ich je teilgenommen habe. Doch wir sind gut im Rennen.“
Daniele Casiraghi, der Prinz unserer Offensive
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