

Wer an die vergangenen Erfolgsjahre und an die ersten Spielzeiten des FC Südtirol in der Serie B zurückdenkt, wird diese für immer auch mit Raphael Odogwu in Verbindung bringen. Der physisch robuste Angreifer aus Verona war eine der prägenden Figuren der jüngeren Vereinsgeschichte der Weißroten und steht sinnbildlich für die Werte, die der FCS verkörpern möchte.
Raphael Odogwu wechselte im Sommer 2020, im Alter von 29 Jahren, zum FC Südtirol. In seiner ersten Saison in Bozen wurde er von länger andauernden Verletzungen gebremst, fand gegen Ende der Spielzeit jedoch zunehmend seinen Rhythmus. Im Rückspiel des Playoff-Achtelfinals gegen Pro Vercelli erzielte der Angreifer den Führungstreffer zum 1:0, den er anschließend als das bis dahin wichtigste Tor seiner Karriere bezeichnete. Doch jene Treffer, die seinen Weg im weiß-roten Trikot am nachhaltigsten prägen sollten, lagen zu diesem Zeitpunkt noch vor ihm.
In der darauffolgenden Spielzeit 2021/22, jener des historischen Aufstiegs in die Serie B, stellte Odogwu seine Qualitäten als durchsetzungsstarker Mittelstürmer eindrucksvoll unter Beweis. In der Liga erzielte er fünf Tore, die allesamt von entscheidender Bedeutung für den Gewinn der Serie C-Meisterschaft waren. Darüber hinaus lieferte er im alles entscheidenden Spiel gegen Triestina die Vorlage zum Führungstreffer von Casiraghi, der dem FCS den Weg in die zweithöchste italienische Spielklasse ebnete. Zudem traf er in jener Saison dreimal im Serie C-Pokal.
Seinen endgültigen Durchbruch im Trikot des FC Südtirol schaffte Odogwu in der ersten Serie B-Saison der Vereinsgeschichte. Am 2. Spieltag erzielte der Publikumsliebling gegen Venezia den allerersten Zweitligatreffer der Weißroten und konnte im Verlauf jener märchenhaften Spielzeit, die für den FCS erst im Playoff-Halbfinale endete, acht weitere Tore beisteuern.
In der Saison 2023/24 setzte Odogwu seine Beständigkeit fort, entwickelte sich weiter zu einem Leader innerhalb der Mannschaft und beendete die Meisterschaft mit acht Treffern. Im ersten Ligaspiel jener Spielzeit, als er in der Nachspielzeit den 3:3-Endstand gegen Spezia erzielte, absolvierte der Angreifer sein 100. Pflichtspiel für den FC Südtirol: ein Meilenstein, der ihm den Eintritt in den „Club 100“ des Vereins einbrachte.
In der Saison 2024/25 verpasste Odogwu lediglich ein Ligaspiel und war mit fünf Treffern sowie starken acht Vorlagen erneut ein entscheidender Faktor für den Klassenerhalt des FC Südtirol. Beim Heimspiel gegen Cesena am 5. April 2025 führte der Angreifer die Mannschaft zudem erstmals als Kapitän aufs Spielfeld.
In der gerade abgelaufenen Spielzeit verbuchte Raphael Odogwu insgesamt 32 Pflichtspieleinsätze. Nach den zwei Vorlagen im Heimspiel gegen Reggiana im September sorgte er zwischen Herbst und Winter mit seinen Toren gegen Carrarese, Monza und Virtus Entella für wichtige Punkte. Zu seinem letzten Einsatz für die Weißroten kam es vor heimischem Publikum im Playout-Rückspiel gegen Bari. Neben dem viel umjubelten Klassenerhalt durfte sich Odogwu am Ende jener Partie über einen weiteren bedeutenden Meilenstein freuen: sein 200. Pflichtspiel für den FC Südtirol. Damit steht er heute an 10. Stelle in der ewigen Einsatzliste der Weißroten. In der All-Time-Torschützenliste liegt der Angreifer mit 35 Treffern, hinter Casiraghi und Fischnaller, auf Rang 3.







