04.05.2021
"Meine Leidenschaften neben dem Fußball? Ich mag alle Arten von Sport, liebe es Klavier zu spielen und Musik zu hören."
Von der Reggiana stieß im Winter – auf Leihbasis bis zum Ende der laufenden Saison – Davide Voltan zum FC Südtirol. Der 25-Jährige ist als hängende Spitze, als offensiver Spielmacher oder als rechter Flügelspieler einsetzbar. Unter der Leitung von Trainer Massimiliano Alvini kam er in der laufenden Serie-B-Meisterschaft auf zwölf Einsätze mit den „Granata“. Reggiana hatte ihn seinerzeit Anfang September 2020 von Vis Pesaro geholt, nachdem er bereits mit Bassano, Anconitana und Feralpisalò Erfahrungen in der Lega Pro – Serie C gesammelt hatte. Die aufmerksamsten Beobachter der Weißroten erinnern sich sicherlich an Davide Voltan als auffälligen Gegner ihres Herzensvereins, insbesondere an den Meisterschaftsauftakt, der letztjährigen Saison, Ende August 2019, im Stadio Bruno Benelli in den Marken: der FCS lag dank der Tore von Morosini (19.) und Mazzocchi (33.) acht Minuten vor Schluss mit 2:0 in Front, ehe Voltan für Vis Pesaro mit einem wunderbaren und potenten Abschluss den Anschluss für sein Team wiederherstellte. Das 2:1 sollte damals auch der Endstand sein.

Davide könnte "der Pianist" genannt werden. Und das nicht nur wegen seiner Leidenschaft dem Klavier-Spielen, sondern auch wegen seiner Spielweise. Er verfügt über wertvolle Fähigkeiten und Fertigkeiten im Abschluss. Seine Tore sind nicht nur immer wichtig, sondern auch stets schön.

Davide, mit welchen Absichten und Vorsätzen bist du zum FCS gekommen?
„Mit einer großen Lust mich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Ich bin zu einem Verein gewechselt, der seit Jahren gut arbeitet, der ein Projekt entwickelt, der über hochmoderne Infrastrukturen wie dem Sportzentrum und dem Stadion verfügt, das kurz vor der Fertigstellung steht. Es ist ein zurecht ehrgeiziger Verein, der mich unbedingt haben wollte und mich auf wunderbare Weise aufgenommen hat. Darüber bin ich sehr glücklich. Es existiert ein super Umfeld, in dem es eine großartige Arbeitskultur und eine große Liebe zum Detail gibt – Aspekte, die oft den Unterschied machen.“

Wie würdest du die ersten sechs Monate an Erfahrung in der Serie B mit Reggiana beschreiben?
„Zu Reggiana bin ich zu Beginn der Saison gestoßen, aber ich habe dort nicht ausreichend Platz gefunden. Nun bin ich beim FCS und habe den Wunsch, hier mein Bestes zu geben, meinen Teamkollegen und dem Verein zu helfen, um unsere Ziele zu erreichen. Unsere Stärke ist das Kollektiv und der Wille, niemals aufzugeben.“

Wie würdest du den „Fußballer“ Davide Voltan bezeichnen?
„Ich bekleide die Position einer hängenden Spitze oder eines Zehners, dem es gefällt, einen Gegenspieler aussteigen zu lassen, dadurch Löcher in die gegnerische Hintermannschaft zu reißen, um dann entweder abzuspielen, einen Assist anzupeilen oder selbst abzuschließen.“

Du bist am 15. April 1995 in Padua geboren, misst 1,77 Meter und bringst 74 Kilogramm auf die Waage. Dein starker Fuß ist der rechte und fußballerisch großgeworden bist du im Jugendsektor von Padua: wie ging es dann weiter?
„In der Saison 2011/2012 habe ich meine erste Primavera-B-Meisterschaft mit Padua gespielt. 2012/2013 wartete dieselbe Aufgabe im selben Trikot für mich, allerdings kamen einige Auftritte mit der ersten Mannschaft in der Serie B hinzu. Gleiches Bild in der Spielzeit 2013/2014: Primavera-B, mit einem Einsatz in der Serie B und einem in der Coppa Italia. Dann hat der Klub Probleme bekommen und ich bin nach Crotone gewechselt, wo ich in der Saison 2014/2015 ebenfalls in der Primavera-Mannschaft gespielt habe.“
Davide Voltan, der Pianist am Ball
Danach hast Du Erfahrungen in der dritthöchsten italienischen Spielklasse gesammelt: kannst Du die verschiedenen Stationen für uns durchgehen?
„Ich gab in der Lega Pro A im Trikot von Bassano mein Profidebüt: ich kam in der Saison 2015/2016 auf 8 Liga-Einsätze und deren zwei im Italienpokal der Lega Pro. Im darauffolgenden Jahr spielte ich für Ancona in der Lega Pro B und sammelte 23 Einsätze – plus deren zwei im Pokal – und erzielte zwei Assists. Es folgte die Saison 2017/2018 in Kreis B der Serie C mit Feralpisalò, kam damals auf 33 Einsätze – einschließlich sechs Play-Off-Spielen – traf drei Mal und konnte sechs Vorlagen beisteuern. Im Jänner 2019 wechselte ich ligaintern zu Vis Pesaro, absolvierte 15 Partien, erzielte ein Tor und legte einen Treffer auf. Letzte Saison dann 26 Spiele für die Vis, 24 davon in der Serie-C-Meisterschaft, bei fünf Toren (nach 27 Spieltagen wurde die Meisterschaft aufgrund des Lockdowns abgebrochen, Anm. d. Red.). Im Sommer 2020 dann der Wechsel zur Reggiana in die Serie B – ja, und nun bin ich hier.“

Die Nationalmannschaft vergisst man nie: an was denkst du als erstes, wenn ich dich an die Zeit als Jugend-Nationalspieler unter Coach Alberico Evani und mit Teamkollegen wie Gollini, Cristante, Barreca und Ciurria erinnere?
„Ich habe unmittelbar nach meinem 18. Geburtstag für die U19-Nationalmannschaft gespielt, unter anderem in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2013. Das war natürlich eine tolle Erfahrung. Das Trikot der Azzurri tragen zu dürfen, ist stets eine große Auszeichnung und Ehre, auf allen Ebenen.“

Was waren die schönsten bzw. die härtesten Momente in deiner Karriere?
„Ich hatte wirklich viele schöne Momente in meiner Karriere, und auch eine kurze schwierige Phase, aufgrund eines familiären Problems. Ich habe den Fußball für eine kurze Zeit ruhen lassen. Dann habe ich aber weitergemacht und bin wieder zurückgekommen, sogar noch entschlossener als zuvor.“

Nach der guten Meisterschaft mit Feralpisalò hatte Sampdoria im Sommer 2018 ein Auge auf dich geworfen. Dann schien mit Brescia in der Serie B alles unter Dach und Fach, aber das familiäre Problem veranlasste dich dazu, eine Pause einzulegen und dich von Genua freistellen zu lassen, welche in jener Zeit Besitzer deiner Spielerrechte war. Dann das Comeback in Pesaro, die Erfahrung bei Reggiana in der Serie B und nun der FCS. Kannst Du uns sagen, wer dir vom nördlichsten Profiklub Italiens erzählt hat und mit wem du die Weißroten in der Hinrunde verfolgt hast?
„Als ich für Reggiana spielte, habe ich viel Zeit mit Simone Mazzocchi verbracht. Mit ihm hatte ich die Gelegenheit, während der ersten Saisonhälfte über den FC Südtirol zu sprechen und ihn und seine Ergebnisse zu verfolgen. Da ich regelmäßig mit Simone gegessen habe, hatte ich mehrmals die Chance, mit ihm zusammen die Spiele des FCS zu gucken. Dass der FCS so eine gute Hinrunde absolviert hat, freut mich nun umso mehr, zumal ich auf diese Weise in ein Umfeld mit großen Zielen gestoßen bin. Der Klub ist gut organisiert, genau wie ihn mir Simone beschrieben hatte.“

Wer ist Davide Voltan außerhalb des grünen Rasens? Was sind Deine Leidenschaften? Deine Hobbies?
„Ich mag alle Arte von Sport und verfolge sehr viel diesbezüglich. Zu meinen größten Leidenschaften gehören das Keyboard- und das Klavier-Spielen sowie das Musikhören.“

Geschichten, wie sie nur der Fußball schreibt, oder eine Ironie des Schicksals: Voltan gab sein Debüt im Trikot der Weißroten am ersten Rückrunden-Spieltag im heimischen Drusus-Stadion gegen Ravenna. Auf der Bank der Gäste saß mit Trainer Leonardo Colucci jener Übungsleiter, der ihn im Januar 2019 unbedingt bei Vis Pesaro haben wollte und ihm auf diese Weise zu seinem starken Comeback verhalf.

Davides Jubel besitzt eine spezielle Widmung: ein Kuss auf seinen Unterarm, wo er sich ein Foto von seinem zu früh verstorbenen Vater als Tattoo stechen hat lassen, und die Augen in Richtung Himmel gerichtet. Voltan ist ein Mann der wenigen Worte, die jedoch gekonnt ausdrücken, was er sagen möchte: „Volt“ – wie ihn seine Freunde nennen – hat klare Vorstellungen und Ideen sowie einen höheren Sphären zugewandten Blick.

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