15.07.2020
Raffaele Merzek zählt zu den stärksten Mittelfeldspielern der Südtiroler Vereinsgeschichte
Raffaele Merzek ist bestimmt einer der Spieler, die man mit dem FC Südtirol der Anfang 2000-er Jahre am stärksten in Verbindung bringt. Der in Triest geborene Mittelfeldspieler kam im Jahr 2001 nach Bozen und bestritt insgesamt vier Serie C2-Meisterschaften. (105 Einsätze). Fußballerisch großgeworden ist Merzek im Jugendsektor von Udinese, ehe er sich beim FCS erstmals im Erwachsenenfußball versuchte. Nach seinem Abgang aus Südtirol zog er u.a. im Mittelfeld von Bassano, Imperia, Novara und Virtus Entella die Fäden. Im Alter von 31 Jahren erhielte Merzek ein wichtiges, außerfußballerisches Jobangebot, woraufhin er seine Profikarriere beendete.
Nicht nur wegen seinen fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch wegen seines vorbildlichen Verhaltens in der Kabine und außerhalb des Platzes, war Merzek im weißroten Ambiente hoch angesehen. Heute lebt der ehemalige FCS-Profi in seiner Heimatstadt Triest. Als ihn die FCS News-Redaktion vor einigen Wochen telefonisch kontaktierte, erzählte er mit Freude über die Abenteuer, die er in Südtirol erlebte.
„Der FC Südtirol wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen finden. In Bozen verbrachte ich sowohl auf, als auch außerhalb des Spielfeldes vier großartige Jahre. Ich war gerade mal 20 Jahre alt, als ich zum Team dazustieß. Nach meiner Zeit in der „Primavera“ von Udinese, bestritt ich mit dem FCS meine erste Profimeisterschaft. Die Mannschaft wurde damals von Attilio Tesser, der mir sowohl als Fußballer als auch als Mensch viel beibrachte, gecoacht.“

Welche Erinnerungen hast du an deine erste Spielzeit in Bozen (2001/02)?

„Wir beendeten die „Regular Season“ – hinter Teramo, Rimini und Brescello – auf dem 4. Tabellenplatz. In den Playoffs spielten wir gegen Brescello zwei Mal Unentschieden, mussten uns jedoch aufgrund der schlechteren Tabellenposition aus dem Aufstiegskampf verabschieden. Meine zweite Saison in Südtirol, immer unter Coach Tesser, verlief noch besser. Nach Rang 3 in der Meisterschaft (hinter Pavia und Novara), trafen wir in der ersten Playoff-Runde auf Mantova. Das Hinspiel in Venetien gewannen die Hausherren mit 2 zu 1. Mit einem klaren 2:0-Erfolg im Drusus-Stadion konnten wir uns jedoch für das Finale qualifizieren. In der doppelten Begegnung mit Novara wurde uns wiederrum die Tabellenposition zum Verhängnis (zwei 0:0-Unentschieden). Das Rückspiel im Silvio Piola-Stadion ging in die Verlängerung, wobei Tommy (Thomas Bachlechner, Anm.d.Red) in der 118. Spielminute eine hundertprozentige Torchance ausließ.“

In deinem dritten Jahr in Südtirol wurde die Trainerbank Bruno Tedino anvertraut. Du kamst insgesamt 28 Mal zum Einsatz und erzieltest dabei einen Treffer. Wie verlief jene Saison?
„Eine weitere starke Meisterschaft, die wir auf Rang 3 – mit nur sechs Punkten hinter Meister Mantova – beendeten. Wir überstanden die erste Playoff-Runde gegen Valenzana ohne größere Schwierigkeiten: 1:0 im Drusus-Stadion und 0:0 in Valenza. Im Endspiel mussten wir uns zwei Mal Cremonese mit 2:1 geschlagen geben. Die Saison darauf verlief weniger gut, weshalb Coach Claudio Terzulli vorzeitig entlassen wurde. Auf ihn folgten Fabio Sala und Carlo Odorizzi. Am Ende mussten wir uns mit dem 8. Tabellenplatz zufriedengeben.“

Am Ende jener Saison der Wechsel zu Bassano. Wie ging deine Erfahrung in Südtirol zu Ende?

„Die letzte war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Der 8. Tabellenplatz war ein gutes, aber kein hervorragendes, Resultat. Nach vier Jahren verabschiedete ich mich vom FCS und wechselte zu Bassano. Auch dort kam es während der Saison zu einem Trainerwechsel. Am Ende erkämpften wir uns am letzten Spieltag den direkten Klassenerhalt. Der FC Südtirol beendete die Saison hingen auf Rang 4, konnte sich in den Playoffs aber wiederrum nicht durchsetzen. Ehrlich gesagt bedauere ich es heute, den FCS damals verlassen zu haben. Ich wäre nämlich gerne beim weißroten Club geblieben.“

An was genau erinnerst du dich besonders gern zurück?
„Ich habe wunderschöne Erinnerungen an meine Zeit beim FC Südtirol. Sowohl auf als auch außerhalb des Feldes. Der Verein war sehr professionell, die Teamkollegen großartig und auch das Zusammenarbeiten mit Trainern wie Tesser, Tedino und Terzulli machte mir großen Spaß. Natürlich ist es sehr schade, dass wir uns nie in den Playoffs durchsetzen konnten. Doch wir gaben immer alles und lebten für Spiele wie diese. In Novara schrammten wir sehr, sehr knapp am Coup vorbei. Unter Coach Tedino waren wir zudem in der Winterpause noch Tabellenführer. Eigentlich spielten wir immer ganz vorne mit.“

Hast du noch Kontakt mit einigen deiner damaligen Teamkameraden?

„Mit den meisten sogar. Da viele von uns gemeinsam in Tramin lebten, entstanden wahre Freundschaften. Heute tausche ich mich am öftesten mit Nardi und Chiopris aus.“

Wie sieht die Gegenwart von Raffaelle Merzek aus?

„Ich wohne in meiner Heimatstadt Triest und arbeite als Handelsvertreter. Meine Auftraggeber sind BFT Burzoni und Q8 Oils, weshalb ich jeden Monat viele Kilometer zwischen dem Friaul und Venetien zurücklege. Dabei verkaufe ich vorwiegend Utensilien für die Metall- und Stahlindustrie.“

Hast du mit dem Fußball endgültig abgeschlossen?
„Vor acht Jahren, als ich diese Entscheidung traf, hätte ich noch einige Jahre spielen können. Doch ich bin nach wie vor sehr glücklich, diesen Job angenommen zu haben. Ich hatte einige Trainerangebote auf dem Tisch, auch im Jugendfußball. Mit meiner Arbeit geht es sich jedoch zeitlich nicht aus. Heute verfolge ich das Fußballgeschehen nur noch als Außenstehender. Über die Ergebnisse meiner Ex-Mannschaften bin ich immer top informiert, insbesondere was den FC Südtirol angeht. Ich hoffe, als Fan und Mitglied des „Club 100“, bald ins Drusus-Stadion zurückzukehren.“
Die Erfolgsjahre von Raffaele Merzek
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