13.04.2021
Interviews mit dem Vizekapitän
Was macht einen wahren Leader aus? Klar ist, dass er besondere Qualitäten und Charakteristiken mitbringen muss. Ein Leader unterstützt die eigene Truppe zu jedem Zeitpunkt und übernimmt gleichzeitig Verantwortung. Dieser international gängige Ausdruck kommt vom englischen Verb „to lead“ und bedeutet auf deutsch „leiten“ oder „führen“. In diesem speziellen Kontext ist aber jemand gemeint, der das Charisma besitzt, eine solche Führung in Zeiten der Notwendigkeit zu übernehmen und andere dazu veranlasst, ihm zu folgen – sie quasi mitzureißen. Er ist derjenige, der das Tempo vorgibt, um die Messlatte höher zu legen. Er ist es, der es schafft, in glücklichen wie unglücklichen Momenten durch Verhalten und Ausdruck ein Vorbild zu sein. Die Leute sehen in ihn jemanden, der weiß, was er tut und in der Lage ist, auf die richtige Weise und zum richtigen Zeitpunkt, Entscheidungen zu treffen.

In seiner siebten aufeinanderfolgenden Saison im Trikot der Weißroten kann der Salurner Fabian Tait – welcher am vergangenen 10. Februar seinen 28. Geburtstag feierte – zu Recht als charismatischer Leader bezeichnet werden. Er schafft es, mit seinem Verhalten die Gruppe in die richtige Richtung zu ziehen, sie mitzureißen, mit der inneren Kraft, das Leistungsniveau von sich selbst und der ganzen Truppe anzuheben.

Fabian, über die Jahre hast du dich schrittweise zum Führungsspieler etabliert. Fühlst Du dich auch so?
„Ich hoffe, dass ich es nach sieben Jahren geworden bin, auch wenn man hierfür meine Mitspieler fragen müsste, um wirklich sicher zu sein. Ich kann aber behaubten, dass es mir wirklich am Herzen liegt, auch weil ich eher der Typ von Spieler bin, der auf dem Feld vielleicht weniger für Qualität, dafür eher für Quantität und Intensität sorgt. Mit diesem Willen, niemals aufzugeben, nie nachzulassen, immer vorangehen zu wollen sowie stets aufopferungsvoll und lernfähig zu sein. Das sind Charakteristiken, die – gepaart mit der richtigen Einstellung – dabei für mich als eventueller Führungsspieler sprechen könnten.“

Was sind deiner Meinung nach die Qualitäten eines charismatischen Leaders?
„Anführer zeichnen sich durch ihr Verhalten aus. Charismatische Leader zeigen durch Taten Leadership, nicht bloß durch gute Vorsätze. Wenn es einmal nicht so gut läuft, ist es die Führungspersönlichkeit, die vorangeht, um seine Truppe mitzureißen. Sie muss jeden ermutigen, die Herausforderungen als Chance anzunehmen.“

Bist du mit der Aussage einverstanden, dass man in einer Gruppe – wie jener eines Fußballteams – den Grund hinter einem Fehler suchen sollte und nicht den Schuldigen?
„Absolut. Man muss immer nach dem Grund suchen, nie nach dem Schuldigen. Wenn Fehler gemacht werden, gibt es zwar immer eine Person, die unmittelbar verantwortlich ist. Aber wir sind Menschen und wir machen schließlich alle Fehler. Zuerst der eine, dann der nächste, dann der dritte… Früher oder später ist jeder an der Reihe. Das ist normal. Man muss den Grund für den Fehler identifizieren, um ihn nicht zu wiederholen. Die Analyse des Fehlers eines Einzelnen dient als Lektion für die ganze Gruppe, um zu verstehen, was man nicht tun sollte – um auf diese Weise Fähigkeiten zu erlernen und sich ständig zu verbessern.“

Wie kreiert man den richtigen Teamgeist, um sich von einer „Gruppe“ zu einer „Mannschaft“ zu entwickeln?
„Man formt diesen Spirit, wenn sich fast alle Mitglieder dieser Gruppe – wenn nicht sogar die ganze Gruppe – eine Siegermentalität und die Lust aneignen, gemeinsam zu wachsen und intensiv zusammenzuarbeiten. Wenn sich die Mehrheit der Gruppe auf diese Ideenordnung einlässt, wird für alle ein treibender Effekt ausgelöst, welcher wiederum einen tugendhaften Prozess, einen Geist der Einheit, auslöst. Er führt dazu, dass man im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Mannschaft wird, bei der alle mit Begeisterung in die gleiche Richtung rudern.“
Die Werte eines Leaders
Wie wichtig sind dabei zwischenmenschliche Beziehungen, um Zusammenhalt zu schaffen, um Projekte und Ambitionen zu teilen, um eine gemeinsame Identität zu haben?
„Extrem wichtig. Diese Beziehungen festigt man auch außerhalb des Platzes durch ein gutes Miteinander. Es ist menschlich unmöglich, mit allen die gleich innige Beziehung zu haben: man ist oft jemandem mehr verbunden als jemand anderem. Was am Ende aber wirklich zählt, ist gegenseitiger Respekt. Er stellt den entscheidenden Wert dar.“

Welche Rolle spielt die Kommunikation, der Dialog auf wie neben dem grünen Rasen?
„Die Kommunikation ist natürlich von großer Bedeutung. Der Dialog – auf wie neben dem Platz und vor allem im richtigen Ton – erlaubt es, zu helfen oder eben Hilfe zu bekommen und gemeinsam passende Lösungen zu finden. Wenn neben dem Dialog auch noch Empathie vorhanden ist, wird alles noch einmal einfacher. Ich bin der Meinung, dass angebrachte Worte und Gesten wichtige Wirkungen und Effekte haben können.“

Was bedeuten für dich Verantwortung und die Verbundenheit zu den Vereinsfarben?
„Extrem viel. Die Verbundenheit zu den Vereinsfarben und zum Trikot hat einen enormen Wert: es ist dieses gewisse Etwas, das dir erlaubt, in jeder Situation alles zu geben. Verantwortung ist ein integraler Bestandteil dieser Rolle: Als Profifußballer muss man jederzeit Verantwortung übernehmen. Wenn es gut läuft, aber auch, wenn dies einmal weniger der Fall ist. Die Größe eines Spielers wird auch an seiner Fähigkeit gemessen, solche Verantwortung zu übernehmen.“

Wie siehst du die diesjährige Mannschaft? Die Chemie scheint zu stimmen…
„Diese Truppe ist großartig, auch abseits des Platzes. Das mag wie ein Klischee klingen, entspricht jedoch der Wahrheit. Das Team besteht aus seriösen und netten Menschen, außergewöhnliche Jungs mit Prinzipien und großer Motivation. Wie man auf dem Spielfeld sehen kann, herrscht ein Kampfgeist, der es uns erlaubt, immer alles zu geben. Das gilt auch für diejenigen, die im Laufe einer Partie eingewechselt werden. Das zeigt wie solide, kompakt und entschlossen diese Truppe ist.“

Wie würdest du deine eigene Saison zu diesem Zeitpunkt beurteilen?
„Ich bin es nicht gewohnt, mich selber zu bewerten. Ich bevorzuge es, am Ende der Saison ein Gesamturteil des Teams abzugeben. Ich denke, wenn jemand aus rein persönlicher Sicht stark aufspielt, aber das Team seine vorher gesetzten Ziele nicht erreicht, ist die getane Arbeit eines Einzelnen quasi nutzlos. Wenn man hingegen alles gegeben hat, selbst gut gearbeitet hat und das Team als Kollektiv ebenso erfolgreich war – dann hat man das Ziel erreicht.“

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