10.03.2020
Der Match Analyst berichtet über seine Arbeit
Im Gleichschritt mit der Technologie. Auch in der Fußballbranche ist man sich bewusst, wie wertvoll der Einsatz von digitalen Supportmitteln ist. Und dass die Technologie in diesem Sport zukünftig eine noch invasivere Rolle spielen wird, lässt sich wohl kaum abstreiten.
Auch deshalb findet in beinahe jedem Trainerstab ein Match Analyst seinen Platz. Doch worin bestehen seine genauen Aufgaben? Der Match Analyst ist für die objektive Interpretierung von Spielen, den eigenen und jene der Gegner, sowie Trainings, zuständig. Er verfolgt das Match meist auf der Tribüne und ist somit vom Spielfeldärger befreit. Das bedeutet, dass das Urteilungsvermögen nicht so sehr von der Hitze des Gefechts beeinflusst wird. Im Fußball wird die Figur des Match Analyst oft mit einem Radiologen verglichen: Er diagnostiziert, greift aber nicht selber ein. Seine Verantwortung besteht darin, dem Trainer nützliche Informationen zu liefern. Im Trainerstab von FCS-Coach Stefano Vecchi, wird diese Rolle von Gianluca Tuttolomondo eingenommen.

Gianluca, kannst du uns einen allgemeinen Überblick von deinen Aufgaben verschaffen?
„Meine Hauptaufgabe besteht darin, dem Trainerstab kontinuierlich nützliche Inputs zu liefern. Diese beziehen sich sowohl auf das eigene Team, als auch auf die Gegner. Ich sammle so viel Videomaterial wie möglich und versuche die relevanten Teile herauszuschneiden und zu interpretieren. Um das Produkt so objektiv wie möglich zu machen, versuche ich mich sowohl in die Rolle des Match Analysten, als auch in jene des Trainers, zu versetzen. Dafür benötigt man viel Zeit, aber auch Hingabe und Leidenschaft.“

Kann man zusammenfassend sagen, dass du die Stärken bzw. Schwächen der eigenen Mannschaft und der Gegner hervorheben musst?

„Richtig. Üblicherweise bezieht man sich auf die letzten drei bis fünf Spiele der gegnerischen Mannschaft. Es muss nämlich eine Zusammenfassung erstellt werden, welche die kennzeichnenden Merkmale eines Teams beleuchtet. Diese werden dann unter der Woche und vor dem Spiel für das Einstudieren des Gegners verwendet.“

Es heißt, dass man mit der Videoanalyse eine schnelle Folgerung der Leistung ziehen kann. Kannst du dem zustimmen?

„Die Kombination aus Videoausschnitten und Statistiken liefern sicherlich präzise Angaben zum Spiel. Das wichtigste ist jedoch, dass alles objektiv bewertet wird.“

Der Match Analyst muss ein sowohl technisches als auch informatisches Skill Set beherrschen…

„Was die informatischen Kenntnisse anbelangt, muss man sicher und schnell mit dem PC umgehen können. Man arbeitet nämlich mit verschiedenen Arten von Files, Bildausschnitten und Programmen. Die technisch-taktischen Kompetenzen sind hingegen wichtig, um dem Trainerstab relevantes Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen. Die Spieltaktiken werden nämlich oft anhand der Videoanalyse gewählt.“

Wie sieht deine „typische“ Arbeitswoche aus?
„Gemeinsam mit dem Trainerstab wird entschieden, was genau an Material in den nächsten Tagen benötigt wird. Danach wählt man eine gewissen Anzahl an Spielen aus, welche aussagekräftige Informationen zum Gegner liefern. Es müssen Konstanten im Spiel der gegnerischen Mannschaft gefunden werden. Die vollständige Analyse wird dem Trainer vorgelegt. Er ist derjenige, der entscheidet, welche Ausschnitte den Spielern gezeigt werden. Das Video, welches die Mannschaft zu sehen bekommt, dauert normalerweise zwischen 10 und 15 Minuten.“

Auf was wird bei der Analyse der eigenen Leistung Acht gegeben?

„Beim eigenen Team versucht man zu verstehen, ob die Angaben des Trainers umgesetzt wurden. Insbesondere was die vorherige Analyse des Gegners angeht. Die Videoanalyse ist mittlerweile nicht mehr vom Fußball wegzudenken. Je mehr Informationen man hat, desto besser kann man sich auf die Spiele vorbereiten. In Folge kann man sowohl die Einzel-, als auch der Kollektivleistung, steigern.“
Gianluca Tuttolomondo, der Match Analyst an Coach Vecchi’s Seite
Weitere Inhalte
Könnte dich auch interessieren
Tag 1 des freiwilligen und individuellen Trainings
Tag 1 des freiwilligen und individuellen Trainings
Unter Einhaltung der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen kehrten am heutigen Nachmittag die ersten Spieler auf die Felder des FCS Centers zurück.
FC Südtirol und Pierluigi Brivio: einvernehmliche Vertragsauflösung
FC Südtirol und Pierluigi Brivio: einvernehmliche Vertragsauflösung
Der weißrote Club und der 50-jährige Torwarttrainer einigten sich auf eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhältnisses.
Start von freiwilligen und individuellen Trainingseinheiten
Start von freiwilligen und individuellen Trainingseinheiten
Ab dem morgigen Donnerstag (14. Mai) haben die Profispieler des FC Südtirol die Möglichkeit, individuelle Trainingseinheiten im FCS Center zu absolvieren.
Two-Face Daniele Casiraghi: Prinz und Joker
Two-Face Daniele Casiraghi: Prinz und Joker
In der neuen Episode des FC Südtirol Podcasts erzählt uns der 27-Jährige Anekdoten aus seinem Privatleben, über seine Krönung zum Prinzen in Gubbio und seine Ziele mit dem FCS.
FCS-Newsletter abonnieren
Immer wissen was in der Welt des FCS passiert!
 
 
 
Anmelden
 
 
Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.