27.05.2026
Seit nunmehr vier Jahren zeichnet Gianluca Zini für die U11 des FC Südtirol (Jahrgang 2015 in der laufenden Spielzeit) verantwortlich. Unterstützt wird er dabei von Assistenztrainer Stefano Rossi.
Mister, wie gestaltet sich die Arbeit auf dem Platz mit der diesjährigen Mannschaft?
„Diesen Jahrgang – wie auch alle anderen zuvor – bewerte ich mit großer Zufriedenheit und Dankbarkeit. Mein und unser großes Glück beim FC Südtirol ist es, mit Kids arbeiten zu dürfen, die über bemerkenswerte menschliche Werte verfügen, in einem sportlichen Umfeld, in dem wir täglich ihre enorme Leidenschaft für den Fußball spüren.“
Welche zentralen Ziele verfolgt ihr im Wachstumsprozess der Jungs?
„Unser Ziel ist es, auf der Welle ihres unglaublichen Enthusiasmus zu reiten und das zu fördern, was bereits in ihnen steckt – durch viel Empathie, Einfühlungsvermögen sowie eine ständige Sensibilität für die Art und Weise, wie sie ihre Emotionen auf und neben dem Platz erleben.“
Eine wertvolle Arbeit, deren Grundlage der Spaß am Spiel ist?
„Um das zu erreichen, versuche ich gemeinsam mit meinem Trainerteam – insbesondere mit Stefano Rossi, der eine tolle Arbeit leistet und den ich sehr schätze – jedem einzelnen der jungen Spieler Begeisterung und Leidenschaft zu vermitteln. Wir sind uns bewusst, dass Spaß und ein Lächeln die unverzichtbare Basis für jeden Entwicklungsprozess darstellen; vereint mit Demut, einer gesunden Arbeitsmentalität, wie auch Geduld, Ordnung, Einsatz, Disziplin und vor allem der Liebe und der Dankbarkeit für jeden einzelnen Moment auf wie neben dem Platz. Da es sich um unsere Jüngsten handelt, die ihre ersten Jahre im Verein und somit den Beginn ihres Weges erleben, versuchen wir ihnen zu vermitteln, dass das, was sie außerhalb des grünen Rasens sind, sich auch im Spiel widerspiegelt.“
Was sind die Schlüsselbegriffe eurer Arbeit?
„Das Schlüsselwort, das bei uns in der Kabine immer wiederholt und auch sichtbar festgehalten wird, lautet ‚Qualität‘: die perfekte Synthese dessen, was jeder Nachwuchskicker und jeder Junge in seiner Entwicklung kultivieren und als Grundlage verinnerlichen sollte – sowohl auf menschlicher Ebene, im Umgang mit Mitspielern, Familie, dem Trainerteam und Erwachsenen, als auch vor allem auf dem Platz in technischer Hinsicht. Qualität, Leidenschaft, Konstanz und Herz sind somit die zentralen Begriffe unseres Wachstumsweges.“
Die Rolle und die erzieherischen Prinzipien sind in dieser Phase besonders wichtig und erfordern mehr pädagogische als rein technische Kompetenzen…
„Wir sind uns vollkommen bewusst, dass vor dem Spieler ein Kind auf den Platz kommt, mit vielen Hoffnungen und Fähigkeiten. Deshalb muss der Sport ein Mittel sein, um sich auszudrücken und zur besten Version seiner Selbst zu wachsen. Diese sollte in diesem Alter nicht ausschließlich jene des Fußballers sein. Dabei spielen auch die Familien eine entscheidende Rolle: Mit ihnen suchen und finden wir stets Offenheit, Verfügbarkeit sowie einen konstruktiven Austausch, auch über Themen, die über den Fußball hinausgehen. Für uns ist der Sport Familie und jede einzelne Komponente ist von grundlegender Bedeutung.“
Welche Aspekte eurer Arbeit bereiten euch die größte Freude?
„Das, was mich beim Training dieser Jungs am meisten erfüllt, ist zu sehen, dass die zwischenmenschliche Beziehung auch über die jeweilige Rolle auf dem Fußballplatz hinausgeht und bestehen bleibt. Selbst nach Jahren, wenn wir uns wieder begegnen, versuchen wir, uns auszutauschen, zu scherzen und miteinander zu sprechen, um dieses glückliche Kind mit dem Ball am Fuß weiterhin wachsen zu lassen.“
Wie ist eure Ausrichtung in fußballerischer Hinsicht?
„Aus rein fußballerischer Perspektive sind die drei Trainingseinheiten pro Woche – auch im Einklang mit den Leitlinien des Vereins – klar strukturiert. Zu Beginn steht ein umfangreicher Block mit individuellem Technik- und Koordinationstraining, bei dem die Jungs stets den Ball zwischen den Füßen haben. Dabei versuchen wir zugleich, ihnen eine Arbeitskultur wie auch die nötige Geduld zu vermitteln, um etwas aufzubauen, dessen Ergebnisse nicht immer sofort sichtbar werden. Im Anschluss folgt ein zentraler Teil mit einem klar definierten Schwerpunkt, etwa 1-gegen-1-, 2-gegen-1- oder weitere Spielsituationen. Danach arbeiten wir mit verschiedenen kleinen Spielformen und integrieren gelegentlich auch spielerische oder gar multisportive Elemente, um den Spaß am Spiel, der die Grundlage jeder Einheit bildet, stets aufrechtzuerhalten; wie immer im Verbund mit einer angemessenen und notwendigen Disziplin. Den Abschluss bildet meist ein freies Spiel, in dem die Kids ihre Kreativität, Leidenschaft sowie die zuvor angeeigneten technischen Fähigkeiten voll entfalten können.“
Wie gestaltet sich der Austausch mit den anderen Komponenten des Vereins?
„Der Austausch mit dem Club findet kontinuierlich statt. Wir stimmen uns regelmäßig über Trainingsmethoden und Arbeitsmodalitäten ab, über das Umfeld, das wir innerhalb wie rund um die Mannschaft schaffen möchten, sowie über die individuellen Ziele der einzelnen Spieler. Jede Woche, nach den Spielen, versuchen wir zunächst eine individuelle und später kollektive Analyse vorzunehmen; anhand von Bewertungen, die sowohl den mentalen als auch den technischen Bereich in angemessener Weise berücksichtigen.“