12.11.2019
Der 30-jährige Innenverteidiger im Gespräch
Mit 30 Jahren und 7 Monaten ist Jan Polak der zweitälteste Akteur im Kader des FC Südtirol. Lediglich sein Abwehrpartner Kévin Vinetot „übertrifft“ ihn in dieser Hinsicht. Die Karriere des 30-jährigen Abwehrchefs teilt sich in zwei wichtigen Phasen. 

Jan, welche sind das?
„Die erste Phase geht auf die Zeit in meiner Heimat, der Tschechischen Republik, zurück. Ich wurde am 26. März 1989 in Liberec geboren. Fußballerisch großgeworden bin ich im Jugendsektor von Slovan Liberec, einem der Top 5-Clubs in der Tschechischen Republik. Mein Debüt in der Profimannschaft machte im Jahr 2007 und im darauffolgenden Biennium konnte ich insgesamt 30 Einsätze verbuchen. Während dieser Zeit wurde ich auch konstant in Tschechiens Jugendnationalmannschaften einberufen. Die zweite Phase in meiner Karriere spielt sich in Italien ab. Fußballerisch war dieser Wechsel eine große Umstellung, da hier das taktische dem körperlichen überwiegt. In Italien wartet man auf die Züge des Gegners und versucht diese - durch genau einstudierten Bewegungen – zunichte zu machen. Ich musste meine Spielweise umstellen, d.h. weniger 1-gegen-1-Situationen und größere technische Aufmerksamkeit. Diesbezüglich bin ich Coach Giuseppe Pancaro sehr dankbar, der mir während meiner Zeit bei Juve Stabia sehr viel beigebracht hat. Ich habe stets versucht, Erfahrungen aus all meinen Karrierestationen mitzunehmen.“

Mit Tschechiens Jugendnationalmannschaften konntest du tolle Erfolge feiern. Deine Höhepunkte im Nationaldress waren…?
„Sicherlich die U17- und U19-Europameisterschaften. Ich erinnere mich gut an das verlorene U17-Endspiel gegen Russland und an die zwei Jahre später gewonnene Bronzemedaille in unserer Heim-EM. Insgesamt konnte ich mit fünf Jugendnationalmannschaften Einsätze sammeln: zwölf mit der U16, 20 mit der U17, sechs mit der U18, 17 mit der U19 und auch einen mit der U21.“

Wie ist deine Karriere auf Clubebene verlaufen?
„Im Januar 2009 wechselte ich für sechs Monate zu Viktoria Pilsen, ehe ich im Sommer zu meinem Stammverein Slovan Liberec zurückkehrte. Im Jahr darauf sammelte ich 26 Einsätze mit Usti nad Labem, immer in der ersten Tschechischen Liga. In der Saison 2011/12 kehrte ich ein drittes Mal zu Slovan Liberec zurück, wo wir einen unvergesslichen Meistertitel holten. Ich trug mit 15 Einsätze und einem Treffer zu diesem Erfolg bei.“

Dann verließt du deine Heimat um die Karriere im Ausland fortzusetzen…
„Stimmt, ich wechselte in die erste polnische Liga zu Plast Gliwice. Dank des 4. Tabellenplatzes im ersten Jahr öffneten sich uns die Tore für die Europa League-Qualifikationsrunde. Ein sensationeller Erfolg, wenn man bedenkt, dass der Verein gerade erst von der zweiten Liga aufgestiegen war. In meinen zwei Saisonen bei Plast Gliwice konnte ich insgesamt 57 Einsätze und einen Treffer verbuchen. Im November 2014 dann der Wechsel nach Italien, um genau zu sein zu Juve Stabia. In Castellamare kam ich in zwei Saisonen 52 Mal zum Einsatz, wobei wir im ersten Jahr in den Playoffs eine bittere Niederlage im Elfmeterkrimi gegen Bassano hinnehmen mussten. Danach wechselte ich zu Cremonese in die Gruppe A der Lega Pro. Mein Trainer in jener Saison war Attilio Tesser, von dem ich weiß, dass er auch beim FC Südtirol ausgezeichnete Erinnerungen hinterlassen hat. In den letzten beiden Saisonen war ich für Casertana in der Gruppe C und Teramo in der Gruppe B im Einsatz. Im Sommer kam es dann zum Wechsel nach Südtirol.“

Kommen wir zum FC Südtirol. Wie fühlst du dich hier?
„Gut, sehr gut sogar. Hier habe ich die Lebenseinstellung meines Heimatlandes wiedergefunden: Organisation, Einheit und Struktur. Der Verein ist auf alles vorbereitet und überlässt nichts dem Zufall. Genau diese Mentalität macht langfristig den Unterschied. Wir haben ein starkes Team mit einem hohen technischen Potenzial. Wenn wir stets konzentriert spielen, dann können wir in dieser Meisterschaft eine wichtige Rolle einnehmen. Wir arbeiten hart daran unsere Fehler zu beseitigen und unsere Stärken noch besser auszuspielen.“

Im Team bist du einer der ältesten…
„Die Mannschaft besteht aus jungen, aber reifen Spielern, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Auch die jüngsten im Team zeigen bereits Erfahrung, was ich persönlich als sehr wichtig empfinde. Wir wissen was wir im Feld zu tun haben, auch wenn es mal etwas weniger läuft. Der Wille sich weiterzuentwickeln ist bei jedem einzelnen erkennbar. Als Innenverteidiger ist es mein Job, Präsenz und Sicherheit auszustrahlen. Kommunikation ist diesbezüglich ausschlaggebend. Ich versuche meinen Mitspielern immer zu helfen, sowie auch von anderen Ratschläge anzunehmen.“

Das Niveau in der Gruppe B ist sehr hoch, vielleicht auch höher als in den anderen beiden…
„Ob es höher kann ich nicht beurteilen. Ich kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass man sich jeden Sieg hart erkämpfen muss. Unsere Pflicht ist es immer konzentriert und motiviert zu Werke zu gehen, um Selbstvertrauen und die Unterstützung der Fans zu gewinnen. Von ihnen erwarten wir uns Beistand, in jedem Moment der Saison. Der Unterschied zwischen den Teams ist nicht sehr groß, was bedeutet, dass jeder gegen jeden gewinnen kann. Den Erfolg baut man nicht von Spiel zu Spiel, sondern tagtäglich im Training auf.“

Erzähle uns etwas Persönliches über dich. Wie sieht dein Leben außerhalbes des Fußballfeldes aus? Welche sind deine Hobbies?
„Meine Freizeit verbringe ich beinahe ausschließlich mit meiner wunderbaren Familie: mit meiner Frau Eva, die wie auch aus Liberec stammt, und meine drei Kinder Julia (7), Jan (5) und Luzia (1½). Zudem haben wir auch zwei Hunde. Wir lieben es Zeit in der Natur zu verbringen und uns zu bewegen. Für uns ist Südtirol deshalb in allen vier Jahreszeiten einfach idyllisch.“  
Jan Polak, der Abwehrgeneral aus Liberec
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