27.04.2020
Weissrote Geschichten - Luca Lomi
Mit 25 Jahren Vereinsgeschichte zählt der FC Südtirol zur „neuen Generation“ im italienischen Profifußball. Viele Spieler steiften sich in diesen zweieinhalb Jahrzehnten das weißrote Dress über, doch nur die wenigsten konnten sich in der FCS-Historie verewigen. Einer davon ist mit Gewissheit der ehemalige Kapitän Luca Lomi. Der Mailänder, der in Spielzeiten u.a. wegen seinen „Dreadlocks“ ins Auge fiel, war in drei verschiedenen Zeitperioden für den FC Südtirol im Einsatz: 1999 bis 2003, 2004 bis 2006 und die Rückrunde 2008/09. Geboren 7. November 1971, bestritt Lomi in der Serie D-Saison 1999/2000 unter Coach Beppe Sannino seine erste Meisterschaft im weißroten Trikot. „In meinem ersten Jahr schafften wir den Aufstieg in die Serie C2. Die erste Meisterschaft in der 4. Liga beendeten wir auf dem 11. Rang. Im darauffolgenden Biennium erreichten wir unter Attilio Tesser einen 4. und einen 3. Tabellenplatz, wobei wir uns nach letzterem in den Playoffs Novara geschlagen geben mussten.“

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre erste Spielzeit in Südtirol?
„Beim FCS herrschte ein familiäres Ambiente. Ich spielte zuvor mehrere Jahre in Profivereinen, weshalb ich in Bozen ein entspanntes und ruhigeres Klima wahrnahm. Doch der Wille, den Verein gemeinsam nach oben zu bringen, war groß. Die besten Erinnerungen habe ich an die Menschen, die sich für diesen Club einsetzten. Sie pflegten Werte, die man heutzutage im Fußball nicht mehr findet. Präsident Leopold Goller war eine Vaterfigur für mich. Coach Sannino formte eine Gruppe, die jedes Spiel mit der richtigen Mentalität und großem Enthusiasmus anging. Wir waren wahrscheinlich nicht das stärkste Team in unserem Kreis, doch es war der Zusammenhalt, der damals den Unterschied machte.“

Sportdirektor Mauro Gibellini wechselte im Sommer 2003 zu Hellas Verona in die Serie B und nahm den damals 32-jährigen Mittelfeldspieler mit sich. Im Jahr darauf kehrte Lomi nach Bozen zurück und bestritt zwei weitere Serie C2-Meisterschaft mit den Weißroten. Nach zwei Jahren in Lecco und jeweils eine Saison mit Pergocrema und Voghera, kehrte der gebürtige Mailänder ein drittes Mal zum FC Südtirol zurück.

Das Feeling mit dem FC Südtirol musste etwas wirklich Besonderes für Sie sein?
„Ich habe dem FC Südtirol viel zu verdanken. Ich nehme an, dass der Verein Ähnliches über mich empfindet. Das Verhältnis war wirklich ausgezeichnet. Ich gab immer mein Bestes und stellte der Mannschaft meine Erfahrung und Professionalität zur Verfügung. In jenen Jahren baute der Club die Grundmauer für den heutigen Erfolg auf.“

Welche Meinung haben Sie sich zum aktuellen FCS gemacht? Was sehen Sie in der Zukunft des Vereins?
„Der Verein arbeitet seriös und ambitioniert. Man versucht sich in eine Lage zu versetzen, um einen weiteren Qualitätssprung vollbringen zu können. Meines Erachtens kann man schon in einer nicht allzu entfernten Zukunft wichtige Ziele anpeilen. Es wird oft spekuliert, dass der Verein nicht aufsteigen möchte. Daran glaube ich ganz und gar nicht. Der FC Südtirol konkurriert jedes Jahr mit traditionsreichen Vereinen, denen ein viel höheres Budget zur Verfügung steht. Trotzdem spielt der Club seit mehreren Saisonen konstant im Spitzenfeld mit. Das ist nur dank einer zukunftsorientierten Vereinspolitik möglich. Gewinnen ist nie einfach, in keiner Kategorie. Zurzeit schafft man eben weitere Voraussetzungen, um noch weiter nach oben zu gelangen.“

Verfolgen Sie die Geschehnisse rund um den FC Südtirol auch heute noch?
„Aus der Ferne, ja. Da ich in Obermais trainiere, schaffe ich es leider nicht, allzu oft im Stadion zu sein. Doch ich nehme es mir fest vor. Ich bin noch in Kontakt mit Sportdirektor Paolo Bravo, mit dem ich drei Jahre in Como spielte. Er macht einen wirklich ausgezeichneten Job.“

Nachdem er die Fußballschuhe an den Nagel hing, begann Lomi seine Karriere als Übungsleiter. Im Biennium 2011-2013 war er Giuseppe Sannino’s Assistenzcoach bei Siena und Palermo in der Serie A. Dieselbe Rolle nahm er auch in der Saison 2013/14 bei Chievo Verona ein. Sannino wurde damals Mitte November seines Amtes enthoben, wobei Lomi seinen Job auch unter Nachfolger Corini behielt. In den letzten Jahren saß der 49-Jährige auf der Trainerbank von Mezzocorona, Virtus Bozen und Bozner Boden. Zurzeit leitet Lomi die Geschicke von Oberligist Obermais.

Was können Sie uns über die Zusammenarbeit mit Giuseppe Sannino sagen?
„Eine wirklich aufregende Erfahrung, an Seiten eines ausgezeichneten Trainers.“

Welche Ihrer Erfahrungen würden Sie als die „wichtigste“ bezeichnen?

„Meine Zeit in Palermo. Eine Stadt, die für den Fußball lebt.“

Wie laufen die Dinge in Obermais?

„Ich denke, dass ich einer Realität wie Obermais mit meiner Erfahrung fest weiterhelfen kann.“

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