12.11.2020
Der Trainer der U12 FCS Women im Gespräch mit der FCS News
Wie bei den Profis und im Jugendsektor, geht es auch bei den FCS Women wieder voll zur Sache. Während die U17 noch auf die endgültigen Vorgaben zur Austragung der Meisterschaft wartet, starteten die U15 und die U12 vor wenigen Wochen ins jeweilige Turnier. Letztere nimmt an keiner exklusiven Mädchenmeisterschaft teil, sondern misst sich in der D-Jugend Meisterschaft der FIGC Woche für Woche mit den Jungs. Gecoacht werden die Mädels vom Grödner Marco Insam, der seit der Gründung der FCS Women eine wichtige Rolle in der Damenbewegung des FC Südtirol einnimmt.

Coach, wie schlagen sich die Mädels in dieser neuen, etwas eigenartigen Saison?
„Wir nehmen mit der U12 an der „Pulcini“ Meisterschaft der FIGC teil, in der wir ausschließlich auf Burschenmannschaften treffen. In der Tat sind wir südtirolweit das einzige reine Mädchenteam, welches an dieser Art von Meisterschaft teilnimmt. Laut Reglement dürfen die Mädels ein Jahr älter sein, da sich der Kräfteunterschied bereits in diesem Alter bemerkbar macht. Doch gegen Jungs zu spielen hilft ihnen, sich an einen schnelleren Fußball zu gewöhnen und den Körpereinsatz zu verbessern.“

Gegen Jungs zu spielen ist für die FCS Women sicherlich ein großer Anreiz…

„Na klar. Und da wir ja auch in dieser Kategorie immer wieder Matches gewinnen, sehen wir des Öfteren die ein oder andere Träne in den Gesichtern der Gegner. Ein Spiel gegen Mädchen zu verlieren, mit dem kommen einige Jungs nicht klar (lacht). Zu Beginn ist es schon eigenartig, eine Partie zwischen Jungs und Mädchen zu sehen. Doch nun arbeite ich seit acht Jahren im Damenfußball und kann sagen, welch tolle Möglichkeiten diese Disziplin den Mädchen gibt. Auch die Familien sind immer mehr davon überzeugt, ihre Töchter in einem Fußballclub einzuschreiben. Ich kann allen Lesern nur empfehlen, sich mal ein Match unserer U12 anzusehen. Eine Partie zwischen Jungs und Mädels ist vielleicht etwas weniger dynamisch und körperbetont, doch die Spielzüge sind äußerst harmonisch und gut durchdacht.“

Wie verlief der „Restart“ nach der Covid-bedingten Zwangspause?

„Die Lust Fußball zu spielen war größer denn je. Ich muss zugeben, zu Beginn war es nicht einfach. Es gab zahlreiche Einschränkungen und neue Vorschriften. Weiters befolgen wir ein strenges Sicherheitsprotokoll, welches alle Beteiligten so gut wie möglich schützen soll: Messen der Körpertemperatur, Hände desinfizieren, Einhaltung der Sicherheitsabstände, usw. Es tut uns natürlich sehr leid, dass die fußballbegeisterten Eltern nicht wie gewohnt Trainings und Matches vor Ort verfolgen können. Doch es bleibt uns nichts anderes übrig, als das Beste aus dieser Situation zu machen. Was das Wochenprogramm anbelangt, trainieren wir seit knapp zwei Monaten drei Mal die Woche. Dazu kommen noch die Meisterschaftsspiele, die gewöhnlich für das Wochenende angesetzt sind.“

Also ist der sogenannte Neuanfang geglückt?
„Wie bereits angedeutet, gibt es viele Regeln um die Verbreitung des Virus zu vermeiden. Einige davon sind ausschlaggebend, andere werden in Zukunft sicher noch angepasst. Unsere Aufgabe ist es, den Mädels nicht Angst, sondern Hoffnung zu übermitteln. Denn das Leben muss weitergehen. Und mit einem Lächeln im Gesicht geht das natürlich einfacher. Es war erstaunlich zu sehen, wie sich die Mädels auch während des, „Lockdown“ weiterentwickelt haben. Denn auch die Trainings, die sie Zuhause oder im Garten absolvierten, tragen ihre Früchte.“

Wie sieht eine Trainingseinheit der FCS Women aus? Wie schafft man es, dass sich die Mädels von Übung zu Übung steigern?

„Eine sehr gute Frage. Ich habe ein Credo, an dem ich seit mehreren Jahren festhalte: „Wissen – Machen – Beibringen.“ Auch im Damenfußball übernimmt ein Trainer mehrere Rollen gleichzeitig: Übungsleiter, Erzieher, Motivator, Psychologe, usw. Deshalb ist es sehr wichtig, die richtigen Menschen für diesen Job zu finden. Die Trainer und das Team müssen auf einer Wellenlänge sein. In anderen Worten gefasst: Wir müssen versuchen die Kinder zu verstehen und gleichzeitig die richtigen Worte finden, dass auch sie die übermittelten Inhalte begreifen. Was den Aufbau der Trainings anbelangt, folgen wir einem langfristigen Programm und planen wir Woche für Woche neue Elemente ein, sodass die Mädchen sich kontinuierlich steigern können. Die Übungseinheiten sollen Spaß machen, gleichzeitig aber auch einheitlich, kohärent und professionell gestaltet werden. Während man sich in jungen Jahren einfach nur austobt, beginnt man im Alter von 7-8 Jahren erste technische, koordinative und kognitive Fähigkeiten aufzunehmen. Man merkt auch wie sich deren Charakter entwickelt und wie das Team zusammenwächst. Erste fußballerische Konzepte werden übermittelt, darunter die Wichtigkeit, durch ein schönes Spiel Resultate zu erzielen.“

Man merkt ihnen an, dass ihnen auch die erzieherischen Werte des Fußballs am Herzen liegen…
„Ich sehe diesen Sport schon irgendwie als eine Lebensschule für alle Kids. Im Fußball lernt man die eigenen Emotionen zu kalibrieren und kontrollieren: Freude, Freundschaft, Angst, Zusammenhalt... Das volle Paket. Weiters legen wir viel Wert auf den Respekt, den die Mädels ihren Gegner und Gegnerinnen sowie den Schiedsrichtern bringen müssen. Das „Fair Play“ hilft einem sich in einer Gruppe zurecht zu finden. Man spielt, gewinnt, verliert und lernt alle gemeinsam.“

Ein wichtiger Bestandteil im Alltag in der Nachwuchsarbeit…
„Es liegt an uns Trainern, ein Team zu formen und gleichzeitig den Einzelnen zu fördern. Das ist nicht immer einfach. Deshalb ist es wichtig, die Meinungen und Ideen der Mädels zu berücksichtigen und diese im Trainingsprogramm einzubauen.“

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