09.02.2021
Exklusives Gespräch mit dem 29jährigen Innenverteidiger
Mit seinen mehr als 200 Einsätzen in der Serie C sicherte sich der FC Südtirol Anfang Oktober die Dienste eines wahrhaftigen Veteranen. Doch mit seinen 29 Jahren befindet sich der in Rom geborene Defensivallrounder im wichtigsten Karriereabschnitt eines Athleten. Mit dem Fußballspielen begonnen hat Malomo in Fregene, einem kleinen Vorort an der Küste Roms.

Alessandro, beginnen wir von ganz vorne. Wie kam es zu deiner fußballerischen Leidenschaft?
„Alles begann in meinem Heimatdorf, in Fregene. Mit Elf Jahren bestritten wir ein Freundschaftsspiel gegen Lazio, woraufhin ich von den „Biancocelesti“ zu einigen Probetrainings eingeladen wurde. Ich konnte die Scouts und Trainer überzeugen und wurde im Team aufgenommen. Im Jahr 2005 wurde ich vom AS Rom umworben, welcher in jenen Jahren ein interessantes Nachwuchsprojekt voranbrachte. Ich war begeistert zur „Lupa“ zu wechseln und konnte dort einen tollen Reifeprozess durchleben.“

Stimmt es, dass du bei Lazio noch als Mittelfeldspieler agiertest?
„Als kleiner Junge spielte ich sogar im Sturm! Doch mit dem Älterwerden entwickelt sich der Körper und bestimmte Eigenschaften kommen besser zum Vorschein. Demnach ändert sich auch die Position im Feld. Viele Profis schafften den Durchbruch in Positionen, welche ihnen einst fremd waren. Bei Lazio spielte ich vor der Verteidigung. Bei den Stadtrivalen kam ich sowohl als Mittelfeldspieler, als auch als in der Abwehrreihe zum Einsatz, je nach Bedarf. In der A-Jugend unter Andrea Stramaccioni bzw. in der „Primavera“ von Alberto De Rossi wurde ich dann konstant als Innenverteidiger eingesetzt. Seither fühle ich mich auf dieser Position am wohlsten.“

Zur damaligen Zeit zähltest du in Expertenkreisen zu den talentiertesten Innenverteidigern deiner Altersklasse. Welche sind die schönsten Erinnerungen an deine Zeit im Jugendfußball?
„Im Dress der Roma erlebte ich viele wundervolle Momente. Dazu zählt ganz bestimmt meine erste Einberufung in den Serie A-Kader: Coach Spalletti nominierte mich damals für das Auswärtsspiel im San Siro gegen Inter. Auch der Moment und das Gefühl als mich Pierluigi Casiraghi in die U21-Nationalmannschaft einberief, findet einen besonderen Platz in meinem Herzen. Dasselbe gilt für alle anderen Emotionen, die ich im Dress der „Azzurri“ erleben durfte. Im jungen Alter weiß man diese Ehre vielleicht nicht ganz so zu schätzen. Heute erfüllt mich meine Vergangenheit in der Nationalelf mit großem Stolz.“

Nach seinem Abgang aus dem Römer Jugendsektor wechselte Malomo auf Leihbasis zu Hellas Verona in die Serie C1. Im Jänner derselben Saison wurden seine Spielerrechte, immer auf Leihbasis, von Prato (C2) erworben. Nach einer Saison in der Serie B mit Albinoleffe (neun Einsätze) kehrte Malomo im Sommer 2012 zu Prato, mittlerweile in die 3. Liga aufgestiegen, zurück. Nach zwei weiteren Jahren in der Toskana bestritt der gebürtige Römer ebenfalls zwei Meisterschaften mit Pavia. 2016 wechselte Malomo nach Venedig, wo er unter der Leitung von Coach Filippo Inzaghi den Serie C-Titel holte. Danach bestritt der Innenverteidiger eine Saison in der 3. Liga mit Vicenza, ehe er im Jahr darauf einen Zweijahresvertrag mit Triestina unterzeichnete. In der letztjährigen Saison zog sich Malomo in einem Zweikampf einen Mehrfachbruch an der linken Augenhöhle zu, welcher mit einem fünfstündigen chirurgischen Eingriff wieder zusammengefügt werden musste. Als ihn das grüne Licht für die Rückkehr aufs Spielfeld gegeben wurde, stand die Meisterschaft aufgrund der Covid-Notstandslage still.

Wer sind die Trainer, von denen du am meisten lernen konntest?
„Andrea Stramaccioni ist immer ausgezeichnet vorbereitet und übermittelt ein großes Wissen. Er war es, der mich vom Mittelfeld in die Verteidigung umsiedelte. Auch Alberto De Rossi, der Vater von Daniele, ist ein wahrer Meister in Sachen Jugendfußball. Sie formten mich zum Spieler, der ich heute bin. Doch ich haben von jedem meiner Trainer etwas lernen können, so geht es mir auch aktuell mit Coach Vecchi.“
Von der Küste Roms in die Berge Südtirols
Wie würdest du den Fußballer Alessandro Malomo am besten definieren?
„Der Einsatz bzw. Ehrgeiz ist einer meiner wichtigsten Eigenschaften. Ich versuche meine Körperstärke einzusetzen, die Bewegungen des Gegners zu antizipieren und auf Kopfballduelle zu spielen. Das innere Feuer ist ausschlaggebend für meine Spielweise.“

Und den Menschen?
„Außerhalb des Feldes bin ich vollkommen anderes. Ich gehe mit einem Lächeln durchs Leben und bin für jeden Scherz zu haben. Zu meinen Mitmenschen habe ich meist ein scherzhaftes Verhältnis und kann auch über mich selbst lachen. Obwohl ich im Team bereits zu den etwas Älteren zähle, baue ich auf meine Art und Weise auch zu den Jungen eine ausgezeichnete Beziehung auf. Mir ist es sehr wichtig, einen guten Draht zu allen zu haben. Im Laufe meiner Karriere sah ich immer wieder, dass die erfahreneren Spieler nur unter sich blieben. Das ist hier ganz anders…“

Was unternimmst du so in deiner Freizeit?
„Nichts Außergewöhnliches. Ich verbringe viel Zeit zuhause mit meiner Freundin. Weiters liebe ich Spaziergänge und in Restaurants neue Speisen zu entdecken. Auch TV-Serien zählen zu meinen großen Hobbies.“

Kommen wir zurück zum Fußball. Der Aufstieg in die Serie B mit Venezia: Wie fühlt sich das an?
„Was die Resultate anbelangt, sehe ich die Erfahrung in Venedig als meine bisher erfolgreichste. Wir holten sowohl den Meistertitel, als auch den Serie C-Pokal. In der Liga feierten wir einen Start-Ziel-Sieg, die Qualität im Kader war enorm hoch. Vor zwei Jahren feierte ich mit Triestina beinahe einen weiteren Aufstieg, doch das Playoff-Finale gegen Pisa ging unglücklicherweise verloren.“

Wann lief es hingegen gar nicht rund?
„In den ersten zwei Jahren im Erwachsenenfußball gab es nicht sehr viele Höhepunkte. Mit Hellas in der Serie C1 kam ich nur selten zum Einsatz. Im Jahr darauf spielte ich mit Albinoleffe in der 2. Liga. Letztendlich schafften wir es nicht, die Klasse zu halten.“

Wie würdest du deine ersten Monate beim FC Südtirol einschätzen?
„Wir können mit der ersten Saisonhälfte zufrieden sein. Ich muss gestehen, dass ich erst bei meiner Ankunft in Südtirol so richtig realisierte, welch wichtiges Projekt hier vorangebracht wird. Angefangen bei den Infrastrukturen, die uns die perfekten Arbeitsverhältnisse bieten. Unsere Gruppe ist äußerst ausgeglichen, weshalb man immer voll bei der Sache sein muss. Es gibt Teams, welche Spieler mit großer Erfahrung im Kader haben. Unsere große Stärke ist die Gruppe und deren Einstellung. Wir müssen mit dieser Mentalität weitermachen und versuchen, stets präsent zu sein.“

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